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Archiv der Kategorie 'mp3'

There and Elsewhere


Listening to „You Talk All Night“ makes me feel sick and ashamed of myself, but in a good way – as if from this point on all things will be pure, an example that life can be as innocent as it used to be.
-Kev Kharas

My Sad CaptainsYou Talk All Night (mp3)

[vom sehr sehr guten Album „Here and Elsewhere“, das ihr euch bitte kauft, wenn ihr meine Freunde seid.]

Mal was Schönes

Und weil ich nett bin, hier noch zwei wunderbare Downloads:
Hans Unstern - Paris (mp3)
Ja, Panik - Paris (Hans Unstern-Cover) (mp4)

Blur, Alter! ALTER!!! Blur!!

In den Neunzigern musste man sich entscheiden: Oasis oder Blur? Gallagher oder Albarn? Cigarettes & Alcohol oder Coffee & TV? Heute hat man es einfacher, man kann einfach beide supi finden und wird deswegen nicht geboxt. Oasis habe ich letztes Jahr zweimal live gesehen (1 & 2), Blur leider nicht, weil die sich dafür entschieden haben, ihre Revivalkonzerte in London statt Krefeld stattfinden zu lassen. Sei es drum. Die Gallaghers haben sich endgültig zerstritten und sitzen in diesem Moment irgendwo rum und sind besoffen. In fünf Jahren raffen sie sich dann wieder zusammen und geben Revivalkonzerte (in London). Dabei war „Dig Out Your Soul“ so ein prima Stück Musik. Aber auch Albarn trifft doofe Entscheidungen: trotz riesigem Erfolg des Comebacks wird es wohl kein neues Bluralbum geben, ohhhhh. Schade, ernsthaft. Immerhin konnte man sich zur Aufnahme eines neuen Songs namens „Fool’s Day“ hinreißen und weil der extrem geil ist, sollt ihr den auch mal hören.

Einfach bei http://blur.co.uk/ einen Namen („Noel Gallagher“, hahahahahaha, witzig.) und eine E-Mail-Adresse erfinden und dann geht es los. Sie können es immer noch! There’s no other way.

Hören und gucken: Uniform Motions

Vor fast etwa ziemlich genau einem Jahr habe ich an dieser Stelle auf die immer noch tolle kanadische Band The Wind Whist­les aufmerksam gemacht. Und die sind auf dem Netlabel mit dem netten Namen „aaahh re­cords“. Dort gibt es immer wieder schöne und kostenlose Musik, zum Beispiel auch eine feine EP der Schwedin Emilie Lund. Aber um die soll es hier nicht gehen. Denn ich habe neben diesen zwei guten Künstlern auch noch eine sehr gute Band gefunden, die ich hier jetzt mal aus reiner Nettigkeit vorstellen möchte: Uniform Motions.

Uniform Motions sind drei junge Franzosen, die nicht nur Musik machen, sondern auch prima zeichnen und illustrieren können (was mich an Chad VanGaalen erinnert, aber das nur so am Rande). So gibt es nicht nur Musik, sondern auch ein Comicbuch und selbstkreierte Videos. Für jedes Lied je ein Comic bzw. Video! Und das alles „natürlich“ gratis – wobei man auch einen symbolischen Preis für dieses Stück Kunst zahlen kann. Tolle akkustische und nachdenkliche Musik, die untrennbar mit dem Visuellen verbunden ist. Passend also der Titel des diesjährigen Debüts: „Pictures“. Einen Nachfolger gibt es auch schon („Life“), erhältlich über die Bandhomepage. Außerdem habe ich gelesen, dass der Grafikdesigner Renaud Forestié bei Live-Auftritten der Band simultan zur Musik kleine Zeichnungen erstellt und diese an die Wand projiziert. Wie superkuhl ist das denn? Eine Deutschlandtour ist aber leider noch nicht geplant, während ich diese Zeilen schreibe.

Ich hasse es, Musik mit adäquaten Adjektiven und Vergleichen zu umschreiben, daher könnt ihr mir vielleicht einfach den Gefallen tun und das hier supi finden:

Uniform MotionsFalling Off Trees (MP3)

Also braucht ihr jetzt nur noch den wichtigen Link, den ihr bitte auch ausnahmslos alle anklicken sollt: zum kostenlosen Album „Pictures“ mit all seinen Comics, Videos und Tönen bei aaahh records. Applaus!

boah hier tolles video unbedingt gucken wow

Musik:
daantje & the golden handwerk - Zum Tee zu Neerström (Rechtsklick, speichern unter, hören)

„Hallo. Jetzt kommt n trauriges Lied“

Moritz Krämer. Sehr gut.

Moritz KrämerHinterher (draufklicken und dort findet ihr den Song selbst)

Johannes zum Hören!

Ich habe in den letzten Tagen ein paar kurze Hörspiele aufgenommen. Allein. Trotzdem sind die Hörspiele mehrstimmig – Zauberei! Vielleicht mal anhören, Kritik ist erwünscht. Wenn mir danach ist, folgen nach und nach noch weitere kleine Aufnahmen.

Zu den unglaublich guten Hörspielen:
http://www.lastfm.de/music/Jacques+Fleur/H%C3%B6rspiele

Oho: Aha!

Text?Nein, er ist kein Holländer. Aber der Stuttgarter Liedermacher Joachim Zimmermann wird schon gewusst haben, was er sich selbst antut, als er sich den Künstlernamen daantje & the golden handwerk zugelegt hat. Auf dem kleinen, netten Label Omaha Records (mitgegründet von Gisbert zu Knyphausen) hat er nun seine neue EP veröffentlicht. „Aha“. Heißt sie. Und ich habe sie mir bestellt, angehört und sie letztlich für gut befunden.

Die Grundstimmung, die sich durch alle fünf Titel der EP zieht, lässt sich einfach mit dem Wort „Herbstmusik“ beschreiben. Tief melancholische, trabende Songs von enttäuschter Liebe und gesammelten Gedanken, spärlich begleitet von Akustikgitarre und ein bisschen anderem Instrumentenzeug im Hintergrund. Banjo, Snare und Percussion zum Beispiel. Und ein bisschen Elektronik. „Und ich bin immer nach oben gelaufen / und ich kam immer unten wieder raus“ singt er bestürzt gleich im ersten Lied, „Rampenlied“, satte neun Minuten lang. Man glaubt ihm jedes Wort. Wunderbare Zeilen wie diese hat er in jedem Lied versteckt, die roteraupe fasst das besonders schön zusammen:

Dafür schenkt einem daantje & the golden handwerk wunderbare Zeilen […], die man am liebsten auf einen Zettel schreiben und in der Hosentasche mit sich herumtragen möchte.

Hat man sich erst einmal in die EP reingehört, in die Melodien verliebt und die tiefsinnigen Texte entschlüsselt, lässt sich in „Aha“ eine feine halbe Stunde Musik finden, die trotz aller Schwere eine erfrischende Alternative zu all den grinsebackigen Liedermachern dieses Landes ist. Und so schließe ich diese winzige Kritik mit dem besten Satz, mit dem ein Review eines jungen Musikers enden kann: „von diesem Künstler wird man noch viel hören!“. So wird es sein.

daantje & the golden handwerk bei myspace:
http://www.myspace.com/daantjethegoldenhandwerk

Erstmal reinhören:
daantje & the golden handwerk - nicht viel (mp3)
daantje & the golden handwerk - wer du bist (im Stream)

Dem Sommer sein Hit

Habe euch schon länger nicht mehr verraten, was denn mein aktueller Lieblingssong ist. Und weil ich nett bin, verrate ich es euch jetzt. „We Won‘t Break“ von Zoot Woman. Voll supi. Auch das Video. Angucken, gut finden und so. Von mir aus auch dazu tanzen, ist ja nicht ganz so üblich, dass ich hier Tanzbares vorstelle. Aber gutes Lied. Wer übrigens derselben Meinung ist, kann sich das Lied hier kostenlos, gratis und für lau herunterladen.

Herr Lehmann

Lehmann - Quelle: lastfm.deJens Lehmann kennt ihr sicher alle, ist Fußball-Torwart. Die Lehmann-Brothers kennt ihr sicher auch, sind pleite. Und vielleicht kennt man auch noch das Buch „Herr Lehmann“ (vom „Element of Crime“-Sänger Sven Regener), wurde auch mit dem guten Christian Ulmen in der Hauptrolle verfilmt. Aber was ist mit Krischan Lehmann? Na? Nö? Habe ich mir gedacht. Aber ich kenne ihn, zumindest weiß ich, mit wem er zusammen Musik macht(e?). Nämlich mit Eike Jung und James Lindemann. Und warum erzähle ich euch diesen ganzen Mist? Weil es mal wieder an der Zeit ist, gute Musik vorzustellen. Aufdieplätzefertiglos:

Zusammen nennen sich die bereits erwähnten drei Herren „Lehmann“. Der namensgebende Herr Lehmann singt, Jung singt auch und spielt Gitarre, Lindemann den Bass (laut Bandseite). So. Wo diese wichtigen Grundinformationen nun bekannt sind, gehe ich ein bisschen auf das ein, was in den Stücken der Truppe (ich sage gern „Truppe“ anstelle von „Band“, klingt dufte!) so zu hören ist. Denn wie es mir scheint, sind diese drei Menschen ein wenig öffentlichkeitsscheu, was einerseits doof ist, weil ich diese Zeilen hier mit Egalem und Floskeln füllen muss, aber andererseits auch sehr sympatisch ist, weil eben die Musik für sich sprechen soll und es auch tut.

Als „Text mit Musik“ bezeichnen sie selbst ihre Musik und es fällt schwer, hier Gegenteiliges zu behaupten. Auf insgesamt drei regulären Alben und einer EP präsentieren sie ihren hin und wieder sehr schrägen und anspruchsvollen Deutsch-Pop, den ich persönlich irgendwo zwischen PeterLicht und Tomte einordnen würde (obwohl jeder weiß, dass solche Vergleiche ziemliche Moppelkotze sind) würde. Ihre Musik hat exakt die Mischung aus Albernheiten, Gesellschaftskritik und Lyrik, die ich mir gern öfter wünsche. Wirklich ziemlich super ist auch, dass sie ihre Alben allesamt kostenlos (gratis! 0€!) ins Netz gestellt haben. Ich, und mir könnt ihr da sicher vertrauen, möchte euch den Download natürlich wärmstens ans Herz legen. Ihr neuestes Werk „Jung“ aus dem Jahre 2005 ist mein Favorit, aber das sollt ihr mal schön mit euch selbst ausmachen.

Meine Lieblingsstücke: (Rechtsklick, speichern unter; kennt ihr ja)
Lehmann - Das hat doch längst System
Lehmann - Das ist Kunst, Mann!
Lehmann - Alle zeigen an, dass sie da sind

Die wichtigen Links:
Homepage der Band (inkl. aller Alben zum Download!)
Lehmann bei LastFM (alle Lieder zum Einzel-Download)

Skinner zwitschert

Mike Skinner/The StreetsVoll cooler Typ, dieser Mike Skinner. Mit seinem Projekt „The Streets“ schafft es der Brite seit Jahren, mich ein klein wenig für Hip-Hop zu begeistern. Und jetzt hat dieser Mike Skinner über seinen Twitter-Account (ein Trend, gegen den ich mich bis heute erfolgreich gewehrt habe, übrigens) über mehrere Tage verteilt mehrere neue kreative Ergüsse der Öffentlichkeit vorgestellt. Sechs neue Songs sind es (bisher) und weil ich so ein dufter Kerl bin, liste ich diese am Ende dieses Beitrages einfach mal alphabetisch auf, damit ihr euch auch ein Bild machen könnt. Meine Meinung nach dem ersten Durchhören: solide. Jeder der Titel klingt, als hätte er seinen Platz auf einem der vier The Streets-Alben durchaus verdient gehabt. Also im Prinzip nichts Neues, aber besser als „super“ geht ja sowieso nicht, nicht mal beim coolen Mike Skinner.

The StreetsA Blip On A Screen
The StreetsDavid Hassles
The StreetsI Love My Phone
The StreetsLong Working Day
The StreetsSee If They Salute
The StreetsTrust Me

America’s next Topmodel

Lissy TrullieImmer, wenn ich neue und gute Musik entdecke und durch einen kleinen Blog-Eintrag versuche, sie ein klein wenig bekannter zu machen, recherchiere ich vorab ein bisschen, um zu erfahren, was der oder die Künstlerin denn biografisch bisher so geleistet hat. Bei Lissy Trullie war das gar nicht so einfach. Ich weiß nun, dass sie wohl auch als Model relativ erfolgreich und bekannt ist, aber Mode, pff, hat hier in meinem chauvinistischen Blog nichts zu suchen. Dank ihrer MySpace-Seite weiß ich aber, dass sie aus New York kommt. Und weil sie in ihrem Blog zahlreiche SaufErlebnis-Bilder von ihrer Tour veröffentlicht hat, weiß ich auch, dass sie wohl ziemlich gern Party macht.

Aber Musikfreunde wissen: alles scheißegal. Denn sie spielt nebenher auch noch ein bisschen Gitarre und singt. Da kann sie modeln und saufen so viel sie will, weil klingt super. Super, super und auch super. Im Mai kommt ihre EP „Self Taught Learner“ nach Europa (und ist hier vorstellbar, auch wenn Amazon scheinbar nicht weiß, wie sie heißt) und ich präsentiere vorab schon mal zwei tolle, tolle Songs von der EP. Ohrwurmiger Indie-Rock. Gutfinden ist angesagt!

Lissy Trullie – Boy Boy (mp3)
Lissy Trullie – Forget About It (mp3)

Mocky – Saskamodie

Mocky - SaskamodieMeine heutige CD-Kritik beginnt mit einer Frage an die Leser: also, liebe Leser, was für eine Musik erwartet ihr von einem Berliner, der ursprünglich aus Kanada stammt, väterlicherseits jemenitische, sowie mütterlicherseits britische Wurzeln hat und obendrein (unter anderem) noch als Produzent für Feist, die Puppetmastaz und Jane Birkin gearbeitet hat? Na? Eine Idee? Auch ich kann diese Frage nach Hören des neuen Mocky-Albums „Saskamodie“ nicht eindeutig beantworten. Aber in den nächsten Zeilen versuche ich wenigstens eine Annäherung. Nun denn.

Manch einer kennt diesen Mocky vielleicht noch von seinem Untergrund-Hit „Sweet Music“ aus dem Jahre 2003. Damals noch eher Hip-Hopper mit elektronischen Einflüssen, ist heute (fast) alles anders. Fette Beats und kluge Reim-Stafetten sucht man bei ihm im Jahre 2009 aber vergeblich. Beatbox war gestern, heute spielen Orgel, Percussions und Glockenspiele die, haha, erste Geige. Ein abwechslungsreiches Sammelsorium also. Doch von einem Instrument macht Mocky kaum Gebrauch: dem seiner Stimme. Dieses kleine Detail fällt aber kaum (und auch nicht negativ) ins Gewicht, da er auch an alternativen Instrumenten problemlos beweisen kann, dass man ihm eines definitiv nicht absprechen kann: Talent.

Verspielt, entspannt und freundlich. „Saskamodie“ ist ein Album, das man in den Plattenspieler legt, die Füße auf den Tisch platziert und mit dem Kopf gemütlich mitwippt. Es würde hier wahrscheinlich den Rahmen sprengen, alle Einflüsse aufzulisten, aber ich beschränke mich mal auf drei wesentliche: Jazz, Pop und Soul. Macht Spaß, auch wenn dem Album ein wirklicher Hit fehlt. Egal, als Ganzes gesehen ist es eines der bisher besten Alben in diesem Jahr. Wirklich. Auch ohne festes Genre.

8,5/10

Mocky – Birds Of A Feather (mp3)
„Saskamodie“ bei Amazon erwerben

Folk’s Not Dead

The Felice Brothers

Die Älteren werden sich sicher daran erinnern, wie ich hier im letzten November die unfassbar gute Folk/Americana-Truppe „The Felice Brothers“ vorgestellt habe. Ihr gleichnamiges Album war letztes Jahr mit das Beste, was man seinem CD-Spieler antun konnte. Logisch also, dass ich ein paar Freudensprünge gemacht habe, als die Herren aus Upstate New York kürzlich ankündigten, bereits im April ein neues Album mit dem Namen „Yonder Is The Clock“ zu veröffentlichen. Hurra! Zwei Vorboten (neben dem bereits aus der Daytrotter-Session bekannten „Chicken Wire“) des Albums gibt es auch noch, was meine ohnehin schon große Vorfreude in noch höhere Spähren vordringen lässt. Denn die zwei neuen Songs sind auf dem hohen Niveau des Vorgängers, getragen von einer lässigen, musikalischen Leichtigkeit und der rauchigen Stimme von Ian Felice. Geschichten in Songs erzählen, das kann derzeit keiner besser als die Felice Brothers.

Ihr merkt, Vorschusslorbeeren en masse. Hoffentlich kann das Album (DE-Release: 17. April, hier vorbestellen) die Erwartungen erfüllen. Und hoffentlich kommen die Herren Felice auch endlich mal auf Deutschland-Tour. Aber nun genug Lob, hier die zwei Songs:

The Felice Brothers – Run Chicken Run (mp3)
The Felice Brothers – Penn Station (Stream)

Hooray!

Peter Doherty – Grace/Wastelands

Grace/Wastelands

Ja, er macht auch Musik, der Pete Doherty. Und für die packt er sogar noch einen Konsonanten an seinen Vornamen dran, der Doherty. Unter seinem eigentlichen Namen Peter Doherty bringt der „Skandalrocker“, der gerade dreißig Jahre alt geworden ist, nun also sein erstes Solo-Album auf den Plattenmarkt. Es trägt den Titel „Grace/Wastelands“ und sollte möglichst schnell käuflich erworben werden. Warum, wieso und auch weshalb, das verrate ich so gut es geht in den folgenden drei Absätzen.

Menschen mit gutem Musikgeschmack denken beim Namen Doherty unweigerlich sofort an die Libertines und Babyshambles. Dreckigen Garagen-Rock gibt es auf dem Solo-Debüt allerdings nicht, im Gegenteil: Herr Doherty beschränkt sich meist auf wenige Instrumente, lässt also seiner krächzigen, schrägen Stimme und der Akustik-Gitarre den Vortritt. Und beweist dann wieder einmal, dass er ein äußert begabter Songwriter ist: er träumt, wird melancholisch und erzählt von seiner Kindheit, der Leichtigkeit des Lebens, aber auch von Rückschlägen und, klar, Liebe.

Unterstützung hat sich der Peter auch noch ins Boot geholt: da hätten wir zum einen den derzeit vielbeschäftigten Graham Coxon, der im Sommer mit Blur eine Reunion und zuvor noch sein neues Solo-Album feiern darf, dann noch ein paar alte Babyshambles-Kollegen (Mik Whitnall, Adam Ficek und Drew McConnell) und bei „Sheepskin Tearaway“ wird Doherty von der Schottin Dot Allison unterstützt. Gemeinsam haben diese ganzen Leute unter der Regie von The Smith-Produzent Stephen Street zwölf Songs eingespielt, die sich gar nicht so leicht in ein Genre einsortieren lassen. Streicher, Piano, Keyboard, verzerrte Gitarren; alles zu hören. Blues, Singer-Songwriter, Folk, Jazz; alles dabei.

Ich habe mir sagen lassen, dass der Großteil der Songs bereits aus Akustik-Sets und vorherigen (inoffiziellen) Veröffentlichungen von Pete(r) bekannt ist und die neuen Aufnahmen somit für eingefleischte Fans quasi nur ein Aufguss sind. Aber abschließend möchte ich aber noch ein paar positive Worte loswerden, denn „Grace/Wastelands“ ist ein sehr gutes Album geworden. Kein Song fällt wirklich negativ aus dem Gesamtkunstwerk heraus, wogegen einzelne Höhepunkte hervorstechen. Die starke Ballade „A Little Death Around The Eyes“ und der Jazz-Ausflug „Sweet By And By“ zum Beispiel. Dass diese musikalischen Glanzpunkte in den Boulevard-Blättchen dieser Welt kaum Erwähnung finden würden, ist traurig genug. Also sollte wenigstens der Musikfreund dem Peter eine Chance geben. Er hat sie verdient.

8.5/10

Hören, kaufen, Lob nachvollziehen:
Peter DohertyNew Love Grows On Trees (mp3)
Grace/Wastelands“ käuflich bei Amazon erwerben
Video zur ersten Single „Last Of The English Roses“ bei YouTube anschauen

Musikalischer Alltags-Trott

Daytrotter - Logo

He, Leser. Hab hier was Tolles für euch: Daytrotter.com!

Daytrotter? Was ist das denn? Ich erkläre es euch freundlicherweise. Die Website „Daytrotter.com“ sammelt Aufnahmen aufstrebender Musiker und stellt diese zum kostenlosen Download bereit. Aufgenommen werden die meist vier bis fünf Tracks pro Künstler im „Futureappletree Studio 1″. Lustig: dieses Studio liegt in Illinois‘ Kleinstadt „Rock Island“. Kein Scherz. Und es ist für die Jungs und Mädels von Daytrotter nicht getan, die Mp3 auf die Website zu klatschen – stattdessen werden für jede Session wunderbare Texte verfasst, ein buntes Bildchen vom Künstler gemalt und so weiter. Detailreiche Liebe zur Musik, vorbildlich und toll. Und das jeden Tag.

Die Musiker, die bei diesem sympatischen Kleinbetrieb vorbeischauen, kommen mehrteilig aus den USA. Von Folk über Indie-Rock bis hin zu Singer/Songwriter ist alles dabei – auch manch hierzulande bekannte Combo (wie beispielsweise die Ting Tings, Fleet Foxes oder Oberkauz Adam Green) schaute dort vorbei. Doch der Großteil dürfte dem deutschen Musikfreund noch unbekannt sein – daher empfehle ich, einfach mal wild drauf los zu klicken und auf „gut Glück“ nach guter Musik zu suchen. Ich bin so fündig und glücklich geworden. Und zur Feier des Tages teile ich meine Entdeckungen mit euch. Kostenlos.

Meine Top 10 [at] Daytrotter

1. KoufaxColour Us Canadian
2. Felice BrothersMarlboro Man (siehe auch hier)
3. Ben KwellerOn My Way
4. Thao Nguyen & The Get Down Stay DownBeat (Health, Life and Fire)
5. And the MoneynotesToo Sweet
6. Andrew BirdLull
7. The DonkeysC‘mon Virginia
8. Deer TickBaltimore Blues No. 1
9. The Republic TigersBuildings & Mountains
10. Cold War KidsWe Used to Vacation

(Rechtsklick, speichern unter. Mehr gibt es im Archiv dort, unbedingt vorbeischauen.)

Aaahh, the Wind Whistles!

Motiviert durch ein schönes Interview bei Intro.de nutze ich ein paar Minuten des gestrigen Samstags dafür, mal beim Net-Label „aaahh records“ vorbeizuschauen. Und es war eine gute Idee. Denn so wurde ich aufmerksam auf das kanadische Duo „The Wind Whistles“, das dort sein komplettes Debüt-Album „Window Sills“ zum kostenfreien Download anbietet (Link siehe unten). Die beiden Wind Whistles Liza und Tom machen unkomplizierten Indie-Folk und erinnern dadurch natürlich gleich an die Fleet Foxes (besonders auf „Communication’s Dead“), nur ohne die Bärte und nicht ganz so episch ausgelegt, doch mindestens genauso melodiös und toll. Im letzten Jahr kündigten beide ihre Jobs, um eine große „World Tour“ zu starten – die ist aber jetzt auch schon wieder vorbei, doch aktuell arbeiten sie an neuen Songs und kommen im Sommer des Jahres zurück nach Europa. Wir freuen uns drauf. Also, wer gern zwei jungen Leuten beim Musizieren auf Bass und Gitarre zuhören möchte, der sollte sich die beiden mal anhören. Kostet ja auch nichts, höchstens ein paar Minuten Zeit. Und die haben meine Leser ja wohl.

Anhören, Gefallen finden und Freuen:
The Wind Whistles - Good Friends Won’t Rip You Off (mp3)

The Wind Whisles bei MySpace
„Window Sills“ gratis beim Label anhören und downloaden

Kingsize in kleinem Rahmen

Kingsize„You‘re so much better than Berlin!“ ließ Kingsize-Sänger Mike McCartney die viel zu wenigen Zuschauer am Sonntag-Abend1 wissen und spielte damit auf den Vorabend an, an dem die Londoner in der Bundeshauptstadt aufgetreten waren. Und jeder nur dreißig Zuschauer in der Krefelder Kulturrampe wusste, dass er hier die Kunst der Ironie genutzt hatte. Der Spielfreude der flotten Indie-Rock-Band tat das zum Glück keinen Abbruch – was mit „Time + Place“ begann, endete nach einer Stunde Spielzeit mit (den besten Songs des Quartetts) „Daze“ und „Rock‘n'Roll Dreams“. Zwischendurch immer wieder Blödeleien vom (scheinbar nicht ganz nüchternen, aber gut gelaunten) Sänger McCartney und weitere Songs vom gelungenen Debüt-Album „Love, Lust and Other Disasters“ sorgten mit unzähligen Gitarren-Soli für Mitwippen und Freude. Braver Applaus des zufriedenen Krefelder Publikums, dann war der Spaß vorbei und die Herren Musiker verschwanden an der Bar. Und klar, dass an einem Samstag-Abend mehr Leute Zeit für ein Konzert haben als sonntags, ihr Berliner. Tststs.

Hören, gucken, Meinung bilden:
Kingsize – Rock n‘ Roll Dreams (mp3)
Bilder vom Konzert
Tourdaten & Infos bei WhiteTapes

  1. Vielleicht sollte eben noch kurz die überraschend gute Vorband Grook Erwähnung finden: sie war überraschend gut. Meinen Lieblingssong der Truppe hier aus Gelsenkirchen namens „Catch Myself“ kann man sich hier live ansehen.

„Den Umständen Entsprechend“ gut

ClickClickDecker - Den Umständen EntsprechendUnd da ist er wieder. Nachdem sich Kevin Hamann (alias ClickClickDecker) zuletzt mit Nebenprojekten (Bratze, My First Trumpet) und Radiosendungen die grauen Hamburger Nachmittage vertrieben hat, meldet er sich jetzt mit seinem neuen Album „Den Umständen Entsprechend“ zurück. Auf seinem dritten Soloalbum geht es weiterhin um Optimismus, kleine Geschichten des Alltags und Nachdenklichkeit. Und wenn man die Umstände zusammenrechnet, ist die Platte gut geworden. Sie ist also entsprechend, wie versprochen. Aber bespreche ist erstmal den Tonträger, für dessen Kauf sich auf der Rückseite meiner Vinyl auch nett bedankt wird. Bitte sehr.

Bereits seit dem Sommer des letzten Jahres sind die zwölf Titel (plus Hidden Track) fertig, aber es gab wohl Abstimmungsschwierigkeiten mit seinem Label Audiolith, wenn ich das richtig mitbekommen habe, so dass man sich erst jetzt an den neuen musikalischen Ergüssen von ClickClickDecker erfreuen kann. Ein weiterer Umstand: die Piraten, die sein neues Album ungefragt und illegal bereits zwei Wochen vor Release ins Netz geschmissen haben. Seit heute steht die CD aber in guten CD-Läden im Regal, alternativ bestellt man direkt beim Label (und greift mit etwas Glück [wie ich] noch die limitierte, weiße Vinyl mit Bonus-CD, Poster und Aufkleber ab). Heute Abend findet in Hamburg eine kleine Release-Gala statt und wer nicht die Möglichkeit hat, hinzufahren, bekommt von mir diesen Live-Stream-Link geschenkt. Bitte schön.

Nach soviel Blabla aber jetzt endlich mal zur Musik: „Den Umständen Entsprechend“ beginnt im Prinzip dort, wo die letzte Platte aufgehört hat. Und zwar mit einer etwas schiefen Stimme, zwar neuerdings mit einer kleinen Band, aber weiterhin den kleinenein elektronischen Akzenten hier und dort. Dass das grundlegend nichts Neues ist, weiß der schlaue Künstler auch selbst und nennt den ersten Titel dementsprechend „Es fängt an wo es aufgehört hat“. Stagnation? Wenn man so will, ja. Will ich aber nicht. Denn kaum ein deutschsprachiger Künstler verirrt sich so schön in konfusen Sätzen und Geschichten, verpackt sie so liebevoll und facettenreich wie ClickClickDecker. Es dauert wieder einmal ein paar Anläufe, bis man die Lieder entschlüsselt und interpretiert hat. Aber dann, wenn man sich mit den Liedern befreundet, ist die Freude groß.

Das schwierige dritte Album ist immer schwierig. Vor allem, weil das traditionell schwierige vierte Album noch bevorsteht. Und dann ist da ja auch noch der sehr gute Vorgänger „Nichts für Ungut“, der es als zweites Album übrigens auch sehr schwierig hatte. Um aber mal auf den Punkt zu kommen: „Den Umständen Entsprechend“ ein ein gutes Album geworden, auch wenn es nicht an den Vorgänger herankommt. Kaufen sollte man es sich als Freund deutscher Musikkultur trotzdem. Alleine schon wegen den ganzen Umständen, denen ClickClickDecker optimistisch trotzt.

8/10

ClickClickDecker – Dialog mit dem Tölpel (mp3)

Hören, kaufen, Meinung bilden:
Offizielle Homepage – mit Memory und Album-Stream als Belohnung
ClickClickDecker im Audiolith-Shop

Anspieltipps:
„Dialog mit dem Tölpel“, „Kümmern wir uns durch die Jahre“, „Händedruck am Wendepunkt“

Schottentwee statt Schottenrock.

< class=Ich liebe "British English". Einfach nur superkuhl, wenn diese frechen Briten die Worte anders aussprechen, als ich das in der Schule lerne. Und wenn dann diese komische Band namens "The Just Joans" aus Glasgow daherkommt und seine hausgemachten Twee/Indie-Pop-Stücke in einem extremen schottischen Akzent vorträgt, dann ist das so liebevoll und toll, ich möchte fast sogar sagen süß. Leider bekommt man die bisherigen Mini-Alben der Schotten hierzulande praktisch gar nicht, sogar beim Label "WeePOP! records" sind sie komplett vergriffen. Am Valentinstag (14.2.) soll dann ihr dritter Langspieler dort erscheinen. Zum Glück gibt es ja das Internet und bei LastFM kann man sich Songs in voller Länge anhören – und der gute Johannes hat extra für euch nach kostenlosen (und legalen!) mp3 der Truppe gesucht und natürlich auch gefunden. Anhören, jubilieren und bitte nicht mit Lob über "The Just Joans" geizen. Denn "The Just Joans" sind nicht geizig, sondern wenn überhaupt ehrgeizig. Und bevor mir noch mehr schlechte Wortspiele einfallen, hier die Titel:

The Just Joans – What do we do now?
The Just Joans – Hey boy… you‘re oh so sensitive
The Just Joans – Belshill Station

Abcdefg.

Gerade bei Julia gefunden: zu jedem Buchstaben des Alphabetes eine favorisierte Band (keine Solokünstler/innen!) heraussuchen und spontan einen Song dazuzuschreiben, den man mit der Band assoziiert. Gar nicht so einfach! Habe es mal mit Hilfe von LastFM versucht. Netterweise sind kostenlose mp3s auch noch vermerkt. Herausgekommen ist letztlich folgendes:

  • 0-9: 1984 – Cache Cache
  • A: Anajo – Monika Tanzband
  • B: Blur – Country House
  • C: Chikinki – You Said
  • D: The Donkeys – Downtown Jenny (mp3)
  • E: Erdmöbel - Der letzte deutsche Schnee (mp3)
  • F: Franz Ferdinand – Walk Away
  • G: Gorillaz – El Manana
  • H: Hörzu – Krefeld
  • I: It’s a Musical – Bad Day (mp3)
  • J: Jansen – Heute Nacht, das ganze Leben
  • K: Koufax – Any Moment Now
  • L: Led Zeppelin – Heartbreaker
  • M: Mando Diao – Mr. Moon
  • N: New Homes – Liverpool Street (mp3)
  • O: Oasis – The Masterplan
  • P: Poni Hoax – Budapest (mp3)
  • Q: Queens of the Stone Age – Who‘ll Be the Next in Line
  • R: Ramones – Somebody Put Something in My Drink
  • S: Starsailor – Alcoholic
  • T: Those Dancing Days – Run Run Run
  • U: Uzi & Ari – Thumbsucker
  • V: Virginia Jetzt! – Von guten Eltern
  • W: Wir sind Helden – Rüssel an Schwanz
  • X: -
  • Y: Yeah Yeah Yeahs – Miles Away
  • Z: Zwan – Lyric

Toll, womit man seine Zeit so totschlagen kann. Kennt jemand eine gute Band mit X?

Zweitausendundacht und die Musik

Heureka! Endlich hat auch HerrSalami.de seinen Jahresrückblick. Ich befasse mich hier jetzt mal ganz subjektiv ausschließlich mit der Musik des Jahres 2008. Und versprochen, weder Bauer Heinrich noch Paul Potts oder gar Michael Hirte kommen vor und statt Johannes B. Kerner gibt es mich als Gastgeber. Brav habe ich (fast) bis zum Ende des Jahres gewartet und ich hoffe, dass in den nächsten Tagen nicht noch eine CD auf den Markt geworfen wird, die eigentlich in dieser Liste hätte auftauchen sollen. Aber dann mal los. (Und warum zwei Alben des Bildes hier gar nicht in der ersten Auflistung vorkommen, erkläre ich ein andermal.)

Die Alben des Jahres 2008:
1. PeterLicht - Melancholie & Gesellschaft
2. Oasis - Dig Out Your Soul
3. The Felice Brothers - s/t
4. Gotye - Like Drawing Blood
5. Ting Tings - We Started Nothing
6. Jakob Dylan - Seeing Things
7. Roses Kings Castles - s/t
8. The Streets - Everything Is Borrowed
9. The Gaslight Anthem - The ’59 Sound
10. The Precious Mings – Every Time I Sell A Record A Kitten Dies

Tomte-Heureka, PeterLicht-Melancholie&Gesellschaft,  The Precious Mings-Everytime I Sell A Record A Kitten Dies, The Gaslight Anthem -The '59 Sound, Peter Fox-Stadtaffe (von links nach rechts)
Die Songs des Jahres 2008:
1. The Lodger – The Good Old Days (mp3)
2. The Precious Mings - 1 Track Mind
3. The Felice Brothers – Marlboro Man (mp3)
4. Bon Iver – Re: Stacks
5. MGMT – Kids
6. Fleet Foxes – He Doesn‘t Know Why (mp3)
7. PeterLicht – Beipflichtn
8. Oasis – The Shock of the Lightning
9. Tomte – Der letzte große Wal
10. Glasvegas – Geraldine (Stream)

Beste Live-Acts des Jahres 2008:
1. Franz Ferdinand (gesehen in Tallinn/Estland) [Bericht]
2. Travis (gesehen in Essen) [Bericht | Video]
3. PeterLicht (gesehen in Wuppertal) [Bericht]
4. Fleet Foxes (gesehen in Essen) [Bericht]
5. The Precious Mings (gesehen in Köln) [Bericht]


Das wird 2009 dufte:
1. Oasis-Konzert in Düsseldorf
2. neue Alben von Chikinki und Franz Ferdinand im Frühjahr
3. Bon Iver
4. The Asteroids Galaxy Tour
5. Blur-Comeback (hoffentlich nicht nur für einen Auftritt)

So und das war es nun auch mit dem Jahresrückblick. Kommentare, Diskussionen und Beschwerden sind erwünscht. Peng!

Kostenfreier Pop von Billie the Vision & The Dancers

Billie the Vision & The DancersKostenlose Musik ist für jugendliche Musikfreunde mit geringem Einkommen eine ganz tolle Sache. Meistens gibt es ein, vielleicht auch zu Werbezwecken mal zwei kostenlose Appetithappen von einem neuen Album, bei bekannteren Künstlern gibt es legal meist nur Remixe für lau. Ganz anders ist es bei den Schweden von Billie the Vision & The Dancers. Die sieben Damen und Herren aus Malmö stellen seit ihrer Gründung 2004 ihre Alben nicht nur in die Musikläden dieser Welt, sondern auch zum kostenfreien Download ins Netz – mit Erfolg. Bisher wurden die Songs mehr als eine Million mal heruntergeladen, ich hoffe, durch diesen Blog-Eintrag kommen noch ein paar dazu. Denn wenn ich für diese wunderbar fröhliche, bunte Indie-Pop-Musik schon nichts bezahlen muss, versuche ich meine Freude an duften Songs wie "Summercat" oder "Stuttering Duckling" wenigstens zu publizieren. Freunde vom skandinavischen Akzenten und schwedischen Gestalten wie Moneybrother dürfen müssen zugreifen. Yeah!

Tätärä, der goldene Link in rot:
http://www.billiethevision.com/music.php -> sämtliche Alben kostenlos, chronologisch und melodisch

Die sentimentale Bang-Gang aus Island

Bang GangPreisfrage ohne Preis: Woran denkt der geneigte Schelm, wenn er Bang Gang hört oder liest? Was? An Geschlechtsverkehr mit mehreren Menschen gleichzeitig? Ihr Perversen, ihr! Schweinkram gibt es auch auf HerrSalami.de erst nach 23Uhr, daher beschäftigt sich dieser Bericht mit der isländischen Kombo rund um Barði Jóhannsson. Da der Bandname dazu führt, dass Google hauptsächlich nackte Körper auf meinen Bildschirm zaubert, konnte ich erst nach stundenlanger Recherche folgende Informationsfetzen erörtern: ihr 2003er-Album "Something Wrong", zu welchem es drei kostenlose mp3s im ersten Link unter diesem Beitrag zu finden gibt, ist zum Beispiel gar nicht bei uns erschienen. Im Gegensatz zum aktuellen Langspieler "Ghosts from the Past", über den  ich aber leider nicht mehr sagen kann, als dass ich nun weiß, dass es existiert. Vor diesen beiden Alben erschien bereits 1998 "You", das laut der englischen Wiki der Band in "So Alone?" sogar so etwas wie einen Hit enthält. Mein Gedächtnis konnte mir hier nicht weiterhelfen, aber ich glaube das jetzt einfach mal.

Und komme zum Musikalischen: Bang Gang machen Musik, die klingt, als hätte man Sigur Rós (auch Isländer!) ein paar Synthesizer geschenkt und ihnen gesagt, sie sollen doch bitte mal was Schnelleres spielen und dennoch sentimental bleiben. Gepaart mit einer weiblichen Stimme, Esther Talia Casey, die die Band, die ständig in wechselnder Besetzung auftritt, aber wohl wieder verlassen hat. Sodass der eingangs bereits erwähnte Jóhannsson (er singt ebenfalls auf einen Stücken) die einzige Konstante in Bang Gang ist. Dass man sich beim Hören einiger Stücke oft an die Norwegen Röyksopp, dann aber wieder an epische Filmmusik erinnert fühlt, zeigt aber auch, wie vielschichtig diese Truppe ist. Aber so ein Gang-Bang kann ja auch vielschichtig sein, hahahaha, Mörderwitz, Entschuldigung. Da es Bang Gang aber nicht verdient haben, auf ihren Bandnamen reduziert zu werden, hier zwei Links für Interessierte. Gut zu wissen, dass es auf Island eben doch nicht nur Schafe gibt.

-> Bang Gang bei LastFM
[inklusive drei mp3s von "Something Wrong" (2003)]
-> >Offizielle Homepage [inklusive vieler Hörbeispiele in voller Länge]

Bruderliebe bei den Felice Brothers

Wenn ich Interesse an neuer Musik habe, gibt es mehrere Anlaufstellen: Tonspion, LastFM, um nur zwei zu nennen. Meine neue Lieblingsseite ist aber Daytrotter.com. In regelmäßiger Unregelmäßigkeit werden dort kostenlose Live-Mp3 von verschiedensten Künstlern hochgeladen, aufgenommen im altehrwürdigen Futureappletree Studio 1. Zu finden sind dort auch vier Songs von The Felice Brothers.

http://rcrdlbl.com/ Im Jahre 2006 in New York gegründet, spielt die fünfköpfige Combo grandiosen Folk-Country, garniert mit großen Worten, präsentiert mit viel Abwechslung. Piano, Akkordeon, Bass, Gitarre, Trompete und viele weitere Instrumente kommen zum Einsatz, allerdings ohne den Hörer durch übertriebene Inszenierung zu überfordern. Es ist beinahe unmöglich, einen Text zu finden, in dem die Amerikaner nicht mit dem frühen Bob Dylan verglichen werden – womit dieser Vergleich auch hier Erwähnung findet. Passt ja auch einfach sehr gut.  Auch wenn die Mundharmonika zu den Instrumenten gehört, die von den Jungs ausnahmsweise nicht verwendet wird. Doch die markante, leicht verruchte Stimme des Frontmanns Ian Felice, gepaart mit diesem dunklem Flair einer Kneipenband, das ist Folk wie ich ihn liebe. Ich kann mir die Band schlecht auf einer großen Bühne vorstellen, eher stelle ich mir einen Kneipenabend vor, in dem die Felice Brothers an ihren Instrumenten sitzen, musizieren und ihre Songs über Liebe, Alkoholsucht und Gewalt zum Besten geben. Sollte jemand den Film "Jazzclub" von Helge Schneider gesehen haben: exakt so stelle ich mir das vor. Nur ohne Jazz. Und mit mehr Erfolg: der breiteren Masse wurde man dadurch bekannt, dass man den ebenfalls tollen Bright Eyes in den USA als Vorgruppe diente – und gemeinsam Tom Petty coverte.

Besonders empfehlen kann ihr aktuelles Album, das genauso heißt wie die Band selbst. Eine sehr sehr sehr sehr schöne Sache ist es, dass man eben diese wunderschöne Musik derzeit kostenlos bei LastFM herunterladen kann. Und bis die spannende Phase der US-Präsidentenwahl in etwa anderthalb Stunden beginnt (und ich drüben beim Lukas ein bisschen Live-Blogging betreiben werde), kann man ruhig noch ein bisschen den Felice Brothers beim Musizieren zuhören. Außerdem muss man eine Band, die von sich selbst sagt "We don‘t care if we suck" einfach mögen.

Zum Weiterlesen und -hören:
Offizielle Homepage der Band
Kostenlose mp3s bei der "Daytrotter Session"
Kostenlose mp3s bei LastFM (inkl. gesamtem Album!)