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Archiv der Kategorie 'Fußball ist immer noch wichtig'

Wird die EM verschoben?

Zwar hat Bundestrainer Joachim Löw heute seinen (vorläufigen) Kader für die Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine bekanntgegeben, doch es kann sein, dass die EM verschoben wird. Nein, nicht wegen der Situation in der Ukraine. Sondern wegen mir. Den folgenden E-Mail-Wechsel habe ich mir nicht ausgedacht, ich habe ihn mit dem DFB vor ein paar Tagen tatsächlich so geführt. Ich schwöre.

Sehr geehrter DFB, Hallöchen Oli Bierhoff, Grüß Göttle Herr Löw.

Mein Name ist Johannes Floehr, ich bin zwanzig Jahre alt und Freund, Fan und Freund der deutschen Nationalmannschaft. Und als solcher freue ich mich natürlich auf die Europameisterschaft. Ich denke, sie wird ganz gut.

Nun habe ich allerdings ein Problem. Ich las auf einer „Internetseite“, dass am Tag des Spiels gegen Niederlande/Holland/diese Orangen (13.6.) auch meine Lesebühne „Zwei Ossis und ihr Johannes“ (gemeinsam mit Ilja Budnizkij und Sushi da Slamfish) in Essen stattfindet. Das passt mir und unseren Zuschauern nicht.

Weil unsere (sehr, sehr schönen) Plakate bereits gedruckt sind, möchte ich Sie bitten, dieses Spiel auf einen anderen Tag zu verschieben. Gerne auf Dienstag oder Donnerstag, mir schnuppe. Und gewinnt gegen Holland bitte möglichst zweistellig. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Floehr

PS: Bitte nehmt Gerald Asamoah noch mit zur EM, ich finde den ganz cool.
PPS: Bitte nehmt Kevin Großkreutz nicht mit zur EM, ich finde den nicht so cool.

Einen Tag später erhielt ich bereits eine Antwort:

Hallo Herr Floers,
vielen Dank für Ihr Schreiben. Wir werden Ihr Anliegen selbstverständlich an Herrn Löw und das Team um die Nationalmannschaft herantragen und Ihre Interessen vor der UEFA-Delegation mit Nachdruck vertreten. Wir können Ihnen allerdings keinen Erfolg versprechen. Wär Ihnen eventuell egholfen wenn die EM um ein Jahr auf 2013 verschoben würde?
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr DFB-Team

Ich antwortete:

Hallo DFB-Team,
Ja.

Grüße,
Johannes Fleurs

Und wieder der DFB:

Hallo.
Na dann schauen wir doch mal was sich da machen lässt. Sollte es zu einer Verlegung kommen, wird Jogi Löw persönlich bei Ihnen vorbei kommen um die Nachricht zu überbringen.
Mfg,
DFB-Team

So. Wisster Bescheid. Und kommt am 16.05. zur Lesebühne in Essen, der wunderbare Torsten Sträter ist dann wieder bei uns zu Gast!

Vom Radioübertragungsfußballgott und Anderem

Ich weiß noch, früher. Da habe ich stets die WDR2-Konferenz der Fußball-Bundesliga im Radio gehört (Manni Breuckmann!) und mich auf die Sportschau gefreut, um dort dann zu sehen, wie die Tore, die ich mir zuvor nur vorgestellt hatte, in Wirklichkeit gefallen sind. Fantasie und Fußball, das passte nicht nur der Alliteration wegen sehr gut zusammen. Außerdem hatte man so vom Spieltag doppelt und fünffach was: hören, vorstellen, warten, gucken, verstehen. Heute stelle ich mich da dümmer an. Wenn ich heutzutage am Samstagnachmittag erfolgreich das Internet nach möglichst ruckelfreien, arabischen Live-Streams der Bundesliga-Konferenz durchforste, weiß ich zwar früher Bescheid, aber zu was für einem Preis? Das abendliche Sportschau-Schauen macht dann viel weniger Spaß, denn, klar, man kennt ja fast alles schon. Nur sieht man es mit weniger Pixeln, beziehungsweise mit mehr – diese Erklärung würde aber jetzt zu weit führen.

Doch: ja, früher, da war ich deutlich klüger und fantasievoller. Wenn beispielsweise der ehemalige Leverkusener „Staubsauger“ Carsten Ramelow eins seiner seltenen Tore erzielt hat, dann habe ich mir das in meinen Gedanken seltsamerweise immer sehr gestolpert ausgemalt. So, als wäre es ein Versehen, dass er den Ball über die Linie befördert hätte. Ein abgefälschter Verlegenheitsschuss, ein angeschossenes Körperteil oder ein zufälliges Zucken Richtung Tor nach einem verunglückten Eckball: ein Versehen eben. Ups, Tor! Später in der Sportschau wurden etwaige Rätsel aufgelöst, und: nur sehr selten fielen die Tore so wie vermutet. Carsten Ramelow, Radioübertragungsfußballgott. Was er heute macht, weiß wahrscheinlich nur noch seine Familie. Ich grüße ihn an dieser Stelle, schließlich bin ich mir sicher, dass er täglich seinen Namen in eine Internet-Suchmaschine tippt, um zu sehen, ob sich noch überhaupt noch jemand an ihn erinnert. Ja, Carsten! Hier! Ich erinnere mich. Grüße.

Manchmal habe ich aber auch auf die WDR2-Konferenz verzichtet, um mich abends von den Toren und Ergebnissen überraschen zu lassen. So wusste ich noch nicht einmal, ob meine Lieblingsspieler überhaupt auf dem Platz standen, ob sympathische Mannschaften gegen unsympathische gewinnen konnten oder ob Diverses geschah! Nervenkitzel! Man konnte aber auch damals schon anhand der Reihenfolge der zusammengefassten Partien ablesen, welches Spiel besonders ereignis- und torreich verlaufen sein mag. Gut, das Bayern-Spiel gab und gibt es aus Gründen fast immer am Schluss, aber wenn etwa Wolfsburg gegen Freiburg als erstes Spiel gezeigt wurde, dann deutete vieles auf ein torloses Remis hin. Jedoch ging diese Rechnung nicht immer auf, ich war schon damals nicht so gut in Mathematik und Sendungsabläufen.

Und nun wieder der Blick darauf, wie es heute ist: Spannung erhalten? Äußert schwierig, wenn man sich zur Bundesligazeit im Internet tummelt. In sozialen Netzwerken fliegen einem ungefragt zahlreiche Tormeldungen um die Ohren („TOOOOOR!!! POLDIIIIII! FC!! <3″) und auf Newsportalen tickern die Ticker ungebremst, was sich auf den mir damals noch unbekannten Fußballplätzen in Augsburg, Hoffenheim oder Mainz ergeben hatte. Der beste Trick ist, komplett alle Medien zu meiden und etwas Ungewöhnliches zu tun. Spazieren gehen, Bücher lesen, Pfandflaschen wegbringen. Ich halte übrigens nicht viel von Dosen- und Flaschenpfand. Pfandflaschen gibt es nur, damit man sie zeitvertreibend wegbringen kann. Überhaupt: Geld für eine leere Hülle erhalten? Man bringt doch auch leere Pizzaschachteln nicht zurück zur Pizzaria Amalfi. Und falls doch, habe ich extrem hohe Schulden. Ganz ohne Handy-Vertrag oder Sky-Abonemment. Womit ich galant zurück zum Thema Fußball übergeleitet habe. Ich bin so ein Fuchs.

Also, Fußball. Früher: Radio und Fantasie. Heute: beides viel zu selten. Tore fallen trotzdem. Nur Carsten Ramelow, der spielt nicht mehr.

Die Top 10 der Gründe, warum ich Kühe lieber Fußball spielen sehen würde als Frauen

Ich finde, ich biete viel zu wenig Angriffsfläche. Es muss doch auch endlich mal Texte geben, für die ich gehasst und verachtet werde! Richtig bitterböse, gemein, fies und entwürdigend soll es sein! Und tada, da zaubere ich nun Folgendes aus meinem schönen Hut: die zehn besten Gründe für eine Kuhfußball-Weltmeisterschaft und gegen das aktuell ausgespielte Wettkicken der Frauen. Wir beginnen bei…

Platz zehn:
Kühe fühlen sich auf dem Rasen von Natur aus wohl und müssten bei spontanem Hunger oder Schlafmangel nicht das Spielfeld verlassen. Auch plötzlicher Stoffwechsel wäre kein Problem, denn Kuhfladen sind ein sehr gutes Düngemittel.

Platz neun:
Kühe kennen die Abseitsregel.

Platz acht:
Sollte es auf dem Fußballplatz zu einem unschönen Todesfall, etwa nach einer Blutgrätsche, kommen, könnte man die Kuh wenigstens noch verzehren – Frauen jedoch schmecken wahrscheinlich nicht ähnlich lecker, nicht einmal gegrillt.

Platz sieben:
Kuhfußball müsste sich nicht ständig mit Männerfußball vergleichen lassen und wäre ein großer, allgemeiner Spaß.

Platz sechs:
Kühe geben zwar auch nur dann Milch, wenn man Monate zuvor Geschlechtsverkehr mit ihnen hatte. Aber Kühe beschweren sich – im Gegensatz zu Frauen! – nicht übertrieben theatralisch und unfair, wenn man ungefragt an die dafür vorgesehenen Milchdrüsen greift.

Platz fünf:
Kühe reagieren auf verlorene Spiele nicht mit Tränenausschuss, sondern bleiben ganz, höhö, kuhl.

Platz vier:
Kühe wissen, dass sie von Natur aus schön sind und würden deswegen vor dem Spiel nicht unnötig viele Stunden mit Schminken vergeuden.

Platz drei:
Finanzkräftige, indische Investoren hätten endlich ein neues Spielzeug.

Platz zwei:
Birgit Prinz.

Platz eins:
Aus eigener Erfahrung weiß ich: Kühe fühlen sich durch diese Rangliste nicht persönlich beleidigt.

(Bonusinformation für Nico Rosberg: das Maskottchen der Paralympics 2008 in Peking war: eine Kuh.)

Keine Zeit, weil feiern

Aufstieg!

Die dritte Seite im Regelheft habe ich von meinem Tischnachbarn abgeschrieben und dabei jeden Rechtschreibfehler absichtlich übernommen

In Dresden freuen sich die Mägen regelmäßig über „Eierschecke“. So nennen die Leute dort eine Kuchenspezialität aus Hefe, Eigelb und Pudding. Neulich war irgendein Mauerdeutscheeinheitjubiläum und anlässlich dieses stupiden Feiertages berichtete ein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender über diese angebliche Leckerei, die niemand kennt. Der sehr gute Erich Kästner soll einmal gesagt haben: „Die Eierschecke ist eine Kuchensorte, die zum Schaden der Menschheit auf dem Rest des Globus unbekannt geblieben ist.“ Ich denke, dass dieser Satz auf seinen Hauptsatz reduziert werden kann. Die Eierschecke ist eine Kuchensorte. Der Satz wäre viel gemütlicher, jegliches Konfliktpotential wäre futschikato und die Dresdner könnten sich wieder auf andere Exklusivitäten berufen: Frauenkirche, Hygiene-Museum, Sächsisch. Ich wette, dass mindestens jeder vierte Dresdner eine Aufregungsorgie lostritt, wenn er mal über den Stadttellerrand hinausblickt und in einem, hm, sagen wir mal Berliner Kaffeehaus sitzt: schau mal, Heiko, die Berliner kennen zwar leckere Kuchen, aber nur wir haben die Eierschecke. Heiko würde hinzufügen: ein Jammer! Noch größere Idioten würden sicher auch noch den drittdümmsten Satzanfang Westeuropas bemühen: in der DDR war nicht alles schlecht; wir hatten schließlich Eierschecke (und Kati Witt). Zweitdümmster Satzanfang übrigens: Man darf ja wohl noch sagen, dass. Der Erstdümmste ist meiner gruseligen Jugend geschuldet: Es war einmal. Märchen konnte ich nie leiden, sie klangen für mich immer wie Bibeltexte. Buch Grimm, Kapitel vier, Vers neun: und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende. Als ob.

Eierschecke schmeckt bestimmt gar nicht so schlecht, kann ich nicht beurteilen. Noch nie war ich in Dresden. Nur einmal kam ich mit Dresdnern in Berührung, als ich 2004 versehentlich mit den Fußballfans von Dynamo Dresden den Aufstieg in die zweite Bundesliga feierte und mich neben einem Radiomenschen wiederfand, der mir ein Mikrofon an den prepubertäten Mund presste. Und, kleiner Mann, du hast extra die weite Reise nach Krefeld angetreten, um den Aufstieg von Dynamo mitzuerleben? Nein, äh, ich komme von hier und drücke den Gastgebern die Daumen. Er war daraufhin verwirrt, ich war verwirrt und auch die Radiohörenden daheim sowieso. Dafür möchte ich mich nun mit leichter Verspätung entschuldigen. Dennoch bin ich unschuldig am Abstieg, der im Folgejahr sicher ganz andere Gründe hatte (zu wenig Punkte, zu viele Gegentore, falsche Kuchen). Ich weiß es nicht, so wie ich auch nicht weiß, wofür die Abkürzung „PVC“ steht. Dennoch komme ich tagtäglich prima mit Fußböden zurecht. Unwissenheit sorgt unselten für die schönsten Geschichten. Karneval 2000, als BSE (noch so eine unbekannte Abkürzung, aber es handelt sich dabei um Rinderwahn) gerade seinen Popularitätshöhepunkt hatte, aß ich eine Bratwurst und dachte daraufhin, dass ich sehr bald sterben müsste. Ich weinte stundenlang mein Panzerknackerkostüm voll. Natürlich lebe ich immer noch, aber sterben werde ich irgendwann, da bin ich mir relativ sicher. (Und jetzt mache ich das, was sehr gute Kolumnisten immer tun; nämlich den letzten Satz in Einklang mit dem Tenor des Textes zu bringen.) Aber bevor ich sterbe, muss ich unbedingt noch Eierschecke probieren; guten Appetit!

Neue Fachmänner braucht das Land

[Dank an Anna!]

WM-Rätseln mit BILD.de

Jetzt, gerade, in dieser Sekunde und vielleicht auch noch in zwei danach: ein schönes Rätsel auf BILD.de. Bin noch am Knobeln.

Ein Wortspiel wie „fetter Fehler“ wäre mir jetzt zu blöd

Ich wollte eigentlich nur meinen Bus erwischen, doch Rainer Callmund gab in einem mir bis heute unbekannten Krefelder Modehaus eine Autogrammstunde und weil ich ein lustiger Type bin, konnte ich mir das nicht entgehen lassen. Zwanzig Minuten Anstehen bei Schlagermusik und neben Damenhosen. „Wat sollich druff schreibe?“, quetsche mich Calli aus. „Jacques, bitte.“ Das hat dann aber nicht so geklappt:

Ich klärte ihn auf und diktierte ihm meinen Namen (bzw. „Jacques“). Hat beim zweiten Versuch alles geklappt. Toll. Er freute sich noch darüber, dass ich hieße wie irgendeinen Rennfahrer, aber den kannte ich nicht und es war nicht Jacques Villeneuve, denn den kenne ich. Ich holte mir anschließend ein paar Drinks und der heutige Abend wird sicher prima.

Fünf neue Mitglieder pro Sekunde

Facebook ist nicht so toll. Nicht toll ist ebenfalls, dass Michael Ballack bei der Weltmeisterschaft nicht spielen kann, weil der Spieler von Chelsea im FA-Cup-Finale gegen Portsmouth vom Deutsch-Ghanaer Kevin-Prince Boateng verletzt worden ist. Was hat Facebook jetzt damit zu tun? Naja.
82.000.000 gegen Boateng!!!!, Boateng du Arschloch!!!! und ähnliche Gruppen mit vielen Ausrufezeichen.

Und dann muss man sich auch noch darüber ärgern, dass man lesen gelernt hat:

Ach herrje.
Ähnliche „Meinungen“ liest man aktuell überall, wo das Thema Kevin-Prince Boateng diskutiert wird. Vor dem Schlafengehen werde ich wohl ein bisschen Kuchen und Gebäck zu mir nehmen, damit ich noch gepflegt kotzen kann. Und wenn jetzt jeder mittelmäßig begabte und geistig limitierte Fußballspieler auf diese perverse Art und Weise im Internet beleidigt wird, schmeiße ich meinen Laptop aus dem Fenster.

Ostern: froh!

The show must go on

Ägypten schießt in der WM-Qualifikation gegen Algerien in der 95. Minute das 2:0 und erzwingt dadurch ein Entscheidungsspiel. Fußball ist super.

Sing when you‘re singing

Heute beim Fußball stand einige Zeit jemand neben mir, der diesem DSDS-Mensch Thomas Godoj ziemlich ähnlich sah. Ich überlegte noch, ob ich nach Autogramm oder lustiger Dieter Bohlen-Anekdote fragen sollte, doch als der Fanblock dann wenig später einen Fangesang („SCHAALALALALA!“) angestimmt hat (und er mitsang) wusste ich: isser nich.

Mein neuer Lieblingstorwart

Tor für den Torhüter Faryd Mondragon! Der Kolumbianer im Diensten des FC Köln findet die reißerische Arbeit der Boulevardpresse scheiße und für Verein, Stadt und auch Journalisten zutiefst kontraproduktiv – und was noch viel besser ist: er sagt es auch. Auf einer Pressekonferenz rechnet er mit BILD, Express und Co. (auf englischer Sprache) ab und zumindest ich glaube, dass ich schon ziemlich lange unbewusst darauf gewartet hatte. Die angesprochenen Schreiberlinge hatten aber nicht die dicken Eier des Herrn Mondragon: sie ignorierten (BILD) oder zensierten (Express) die Kritik. Klarer Sieg für Faryd! Und wer mehr als meine kurze Zusammenfassung lesen und/oder den Mondragon’schen Monolog angucken möchte, kann mal hier klicken.

Boah ne, geht das schon wieder los!?

Jaaaaa! Oh mein Gott, endlich!!! ENDLICH! König Fußball ist zurück! Oder, um es auch meinen Leserinnen zu erklären: die Fußball-Bundesliga ist am vergangenen Freitag in ihre 47. Saison gestartet. Kein Thema ist so interessant und langweilig zugleich wie Fußball: fast jeder (männliche) Einwohner unseres schönes Landes mag ihn und noch viel sicherer ist, das jeder von ihnen eine eigene Meinung zu Aufstellung, Taktik und dem Transfer des neuen brsilianischen Wunderstürmers hat, den man zwar noch nie spielen gesehen hat, aber immerhin bei Wikipedia gelesen hat, dass er beidfüßig sein soll. Und so hört man ständig die gleichen Floskeln und Phrasen, aber man gewöhnt sich daran und macht dann irgendwann auch einfach so mit. Über Fußball sprechen ist selten auf einem hohen sprachlichen Niveau und noch seltener ansatzweise in der Nähe davon. Aber muss es ja auch nicht sein. Fußball verbindet! Blablabla. Wichtig ist auf dem Platz. Hat Otto Rehagel mal gesagt und der muss es wissen, denn er hat mal von DJ Ötzi ein Lied geschenkt bekommen.

Vor dieser Saison habe ich zum inzwischen glaube ich dritten Mal das tolle „Fever Pitch“ von Nick Hornby gelesen und hoffe jedes Mal, dass mich meine anderen Hobbys (Musik, Essen, Schlafen, Musik, Lesen, „o“s in Zeitungen ausmalen) daran hindern werden, irgendwann einmal so fanatisch zu sein wie Hornby, der als bedingungsloser Arsenal-Fan viel Zwischenmenschliches und Sinnvolles dadurch verloren hat, dass er sich regelmäßig angucken gegangen ist, wie 22 Männer gegen einen Ball treten. Ich selbst fahre seit Jahren zu jedem Heim- und den meisten Auswärtsspielen meines kleinen regionalen Popelclubs, der mal eine große Nummer war und inzwischen unwichtiger ist als eine leere Tüte Cornflakes. Aber das ist eine andere Geschichte. Wer will, kann sie bei Google unter dem Suchbegriff „kfc uerdingen 05″ finden. Eigentlich wollte ich ja was über die Bundesliga schreiben und davon sind wir (man erkennt eigentlich schon an der Wahl des Wortes „wir“, dass in mir ein kleiner fanatischer Hornby steckt. Scheiße.) derzeit mehrere Galaxien entfernt.

Es sind erst sieben von 306 Bundesliga-Partien beendet, aber schon jetzt ist unglaublich Wahnsinniges, ja, Sensationelles passiert! Eintracht Frankfurt auf Champions League-Kurs! Der VfL Bochum ohne Gegentor im gesicherten Mittelfeld, nur einen Punkt hinter dem großen FC Bayern München! Sogar Kevin Kuranyi hat heute zwei (2!) Tore geschossen! Verrückt! Reporter sagen dann immer, dass das diese Geschichten sind, die nur der Fußball schreibt. Sie erzählen zwar oft Unsinn, aber dabei haben sie ausnahmsweise wirklich recht. Fußball ist geil. Man weiß nie und ob was passiert und wenn man es vorher doch mal geahnt hat, ist man in seinem Freundeskreis der supercoole Fußballfachmann. Die gute alte Bundesliga-Konferenz! Höre ich immer im Radio, scheiß auf dieses teure Kommerz-Bezahldings. (Merke: Fußballfans sind zwar immer gegen Kommerz, kaufen aber trotzdem jeden neuen Fanartikel. Aber das nur so am Rande.) Übrigens wird dieses Jahr Borussia Dortmund Deutscher Meister, so mein geheimer Außenseiter-Tipp, den ich aber natürlich nicht verraten werde. Weil geheim. Tooor!

Warurm die Pietät manchmal gepflegt die Fresse halten soll

Aufregen über jeden inkorrekten Pups? Worüber darf man sich lustig machen? Wo ist die Grenze? Gibt es überhaupt eine? Wohin führt bedingungslose politische Korrektheit? Was sagt es über uns als Menschen aus, wenn wir über den frauenfeindlichen Mario Barth lachen, aber gleichzeitig die Nase rümpfen, wenn Jürgen Klinsmann von der „taz“ verballhornt wird? Hatte Mohammed Ahnung von Fußball? Ein kleiner Versuch, Antworten zu finden.

Kurt Tucholsky hat einmal gesagt, dass Satire alles dürfe. Menschen, die sich auch nur ansatzweise mit diesem Thema beschäftigen, werden sehr oft auf dieses Zitat gestoßen sein und auch weil es hier einen sehr sehr guten Text zu diesem Thema gibt, möchte ich bis auf eine kurze Zustimmung gar nicht weiter auf das Oberthema Satire eingehen. Viel mehr fällt es mir derzeit zum wiederholten Male auf, dass vielerorts Menschen (künstliche?) Aufregung an den Tag legen. Was gegen den Strich geht, sorgt dafür, dass sich mindestens ein Kleingeist dazu aufrappelt, den Zeigefinger zu heben und böse Beschwerden durch die Straßen zu jagen. Aktuelles und passendes Beispiel sicher die Diskussion um das Schalker Vereinslied „Blau und Weiss“ und die Textzeile, die davon handelt, dass Prophet Mohammed von Fußball spielen zwar nichts verstehe, aber sich aus all der Farbenpracht das Blau und Weisse ausgedacht hätte (Text hier).

Unsicher, von wann der Text des Liedes stammt. Das „100 Jahre Schalke 04″-Buch erzählt, der Ursprungs-Text wäre „in der kölschen Kneipe“ im Jahre 1924 geschrieben, aber im Jahr 1963 leicht verändert worden. Sicher ist also, dass der Protest einiger (weniger) Muslime im Jahre 2009 reichlich spät kommt. Wieso kommt er denn überhaupt? „Ist die Schalker Hymne islamfeindlich?“ fragt das Fußballkultur-Magazin „11Freunde“ zum Beispiel heute. Als Mensch mit gesundem Menschenverstand kann man darüber eigentlich nur schmunzelnd den Kopf schütteln, doch die Ernsthaftigkeit, mit der über dieses Sommerloch-Thema angegangen wird, zeigt, in was für einer komischen Gesellschaft wir so leben. Überall vermutet man das Böse und sei es nur in einem 46 Jahre altem Fußballlied. Auch die ganzen gängigen Klischees sorgen dafür, dass Glatzköpfe (rechts), Jugendliche (asoziale Dauersäufer) und Fußballfans (rechte, asoziale und grölende Dauersäufer) sich ständig rechtfertigen müssen.

Auf der einen Seite also diejenigen, die Menschen grundsätzlich mit negativen Vorurteilen begegnen und auf der anderen Seite die „Gutmenschen“, die grundsätzlich alles und jeden tolerieren, aber auf gar keine Fälle die unsichtbare Grenze des guten Geschmacks übertreten wollen? Diese politische Korrektheit ist ein starkes Argument, man will ja niemandem was Böses und so, ganz egal, ob es um Religion, Politik oder sonst was geht. Der Respekt und die Menschenwürde des Einzelnen in allen Ehren, aber wenn es jedes Mal eine öffentliche Diskussion gibt, wenn Satire oder politische Inkorrektheit auf eine breite Masse treffen, dann verlernt der Mensch eine seiner wichtigsten Eigenschaften: über sich selbst lachen zu können. Und dann werden wir uns irgendwann alle hassen, die Köpfe einschlagen und das alles nur, weil Weltbild und Selbstverständnis nicht zusammenpassen. Prost Mahlzeit.

Voll Pfosten

Eine schmerzhafte 0:1-Niederlage musste der KFC Uerdingen 05 im heutigen Heimspiel gegen Viktoria Goch erleiden. Okay, zugegeben, es geht um nichts mehr und es ist relativ wumpe, mit welchen Ergebnissen man die enttäuschende Saison jetzt zu Ende spielt. Das Adjektiv „schmerzhaft“ brauche ich eigentlich auch nur, um diesen schönen Freistoß der Hausherren einzuleiten:


Original Video – More videos at TinyPic

Schmerzhaft, sag ich doch.

Wir haben Grund zum Gratulieren

Ich könnte heute über so einige Dinge berichten: da wäre zum Beispiel die Wiederwahl von Horst Köhler als Bundespräsident, oder den sechszigsten Geburtstag des deutschen Grundgesetzes oder aber auch der überraschenden Meisterschaft vom VfL Wolfsburg.

Aber: nö. Die Massenmedien werden noch genug darüber berichten und ich möchte mich da heute nicht anschließen. Nur soviel: Glückwunsch Horst, Glückwunsch Grundgesetz, Glückwunsch Wolfsburg. Und: Glückwunsch an mich. Denn ich habe heute beim Trödelmarkt neben einem 2LP-Bootleg von Bob Dylan („A Rare Batch of Little White Wonder“, 3€) auch noch eine wunderbare Feten-Vinyl für einen Euro erworben: „Ja, das haben die Männer so gerne“ heißt die Schallplatte, die laut Aufkleber auf der Vorderseite mal 7,90DM gekostet hat. Und während auf dem Cover zwei leicht bekleidete Mädels zu sehen sind (die inzwischen wohl nicht mehr so knackig sind, mhh!), gibt es auch auf der Schallplatte einige schlüpfrige Dinge. „Kunibert und seine Lanze“, „Du hast ein Superding“, „Ich hab‘ ’nen Bi-Ba-Butzemann“ und mein persönlicher Favorit „Ein Korn im Feldbett“.

„Feucht-fröhliche Hits für eine ‚heiße‘ Party“, also. Wer braucht da schon Politik oder Sport? Pff! Ich feiere dann also gleich das Leben und mich selbst. Prost! Hurra! Sommer!

5 Tage, 3 Spiele, 1 Sieg

Drei Spiele in fünf Tagen für den KFC Uerdingen – puh! Also dann.

11.04.09 – SV Straelen II – KFC Uerdingen 05 3:1 (Niederrheinliga)

KleinsterFanclub.deOh. Überraschende Niederlage beim Tabellenletzten. Früh in Rückstand geraten, dann schwach gespielt und nach der Pause dann noch zwei dumme Gegentore gefangen. Regjep Banushi konnte auf Uerdinger Seite nur noch den Anschlusstreffer erzielen, vorher hatte er noch einen Elfmeter verschossen. Mist. Unnötiger Punktverlust. Und schon zwei Tage später ging es weiter…

13.04.09 – VfL Willich – KFC Uerdingen 05 0:6 (Kreispokalfinale)

Hurra! Kreispokalsieger! Lockerer Sieg gegen den Bezirksligisten. Auch hier gibt es nicht wirklich was zu erzählen, höchstens noch, dass Sven Kegel ein wunderschönes Tor zum 1:0 erzielt hat, welches man sich hier ansehen kann. Wunderschön! An die anderen Treffer kann ich mich schon kaum noch erinnern, ich weiß nur noch, dass das Bier (0,2l für 1€) dort noch sehr günstig war. Hm. Ob es da einen Zusammenhang mit dem Gedächtnisschwund gibt? Das möchte ich lieber verschweigen und komme zum gestrigen Testkick:

15.04.09 – KFC Uerdingen 05 – Fortuna Düsseldorf 0:2 (Freundschaftsspiel)

Ein Sponsor hat dieses Testspiel vermittelt und obwohl beide Mannschaften nicht so recht wollten, musste das Spiel durchgezogen werden. Hauptsächlich, um die chronisch leeren KFC-Kassen ein bisschen zu füllen. Lediglich 1238 Zuschauer (darunter Félix, der zum ersten Mal in seinem Leben in der Grotenburg war, ui!) wollten sich das Spiel bei schönstem Frühlingswetter ansehen. Es gab in dieser Saison schon Sechstligaspiele, die in der Grotenburg mehr Zuschauer angelockt haben, aber naja. Spiel war sehr sehr mau, Fortuna überlegen und mit zwei Toren des Ex-Uerdingers Ahmet Cebe auch der verdiente Sieger. Sonst ist nicht viel passiert. Gähn. Hoffentlich kommt Félix trotzdem nochmal irgendwann mit.

Und nach dem diesem Marathon hat die Mannschaft erstmal wieder bis Sonntag Ruhe. Dann geht es zu Kapellen-Erft. Mal sehen, ob ich mich bis dahin auch von Niederlagen und dem Willicher Bier erholt habe. Prost!

(vielen Dank wie immer an Kleinsterfanclub.de für die Bereitstellung des Fotomaterials)

Kurz zitiert

„Natürlich ist es ärgerlich, nach einer 2:0-Führung noch zu verlieren.“

…meinte KFC-Trainer Uwe Weidemann nach dem gestrigen 2:2-Unentschieden gegen Cronenberg. Mal sehen, wann er merkt, dass letztlich doch, aber nur ein Remis herausgesprungen ist.

Wembley und Hollywood in Ratingen

Ratingen-UerdingenGermania Ratingen – KFC Uerdingen 05 2:3 (0:1) – 29.03.09

Es gibt Spiele, die haben ein Drehbuch, wie es von keinem Hollywood-Schreiberling hätte ausgedacht werden können. Aber der Reihe nach.

Rund 600 Zuschauer, davon der Großteil aus Uerdingen, sahen in der ersten Halbzeit eine überlegene Gästemannschaft, aber keine Tore. In der Halbzeitpause schossen zwar die Auswechselspieler beim Warmmachen ein paar Tore, doch die zählten nicht. Dann, in der sechszigsten Minute, gab es aber auch endlich was zu jubeln: Mike Manske hämmerte den Ball an die Unterkante der Latte, der Ball sprang auf und wieder aus dem Tor heraus. Der Schiedsrichter gab das „Wembley-Tor“ (wohl zurecht, wie man hier sehen kann) und weil wenige Zeit später ein Spieler der Hausherren wegen groben Foulspiels die rote Karte präsentiert bekam, stellte man sich auf einen lockeren, verdienten Auswärtssieg ein.

Ratingen-UerdingenDoch die Ratinger wurden auf einmal frech und schossen einfach so den 1:1-Ausgleich, der wenig später durch Onur Özkaya wieder wettgemacht werden konnte. Wieder sollte die Führung nicht lange halten, Germania erzielte das 2:2 und Ärgern war angesagt. Zum Honk machte sich dabei der Ratinger Rechtsverteidiger Hakan Yalcinkaya, der anschließend minutenlang fast ausschließlich damit beschäftigt war, obszöne Gesten in Richtung des bis dahin stets friedlichen und dauersingenden Gästeblocks zu machen. Einige Uerdinger Sportsfreunde nahmen diese Anfeindungen zum Anlass, die Robustheit der Werbebanden zu testen (die erstaunlich viele Tritte einstecken konnten), es flog sogar eine Mülltonne (!) in Richtung Spielfeld, eskaliert ist die Situation aber erst in der 89. Minute. Vor Freude. Ausgerechnet über die Seite des Ratinger Rüpels (Anm.: Alliteration auf BILD-Nievau!) fiel der verdiente 3:2-Siegtreffer durch Uwe Sokolowski, der auf Zuspiel von Sven Kegel den Ball über die Linie drückte.

Ein paar Augenblicke später ertönte der Schlusspfiff und Herr Yalcinkaya flüchtete als Erster in Richtung Kabinengang. Er überließ die Bühne den wahren Helden dieses sonnigen Nachmittages: sie trugen blau-rote Trikots und haben nun von den letzten fünf Spielen vier gewonnen. Fußball macht wieder Spaß und neben dem KFC hat heute auch noch die Gerechtigkeit gesiegt. Wie in Hollywood: eine spannende Geschichte mit Happy-End. Ne, wat schön.

(vielen Dank wie immer an Kleinsterfanclub.de für die Bereitstellung des Fotomaterials)

Bayer siegt in Uerdingen

Immer, wenn wie am gestrigen Dienstag-Abend eine höherklassige Mannschaft in der Krefelder Grotenburg gastiert, erzählen die älteren Menschen ihre schönen Geschichten von damals. Sie werden dann melancholisch, denken an die schönen Zeiten zurück und ärgern sich darüber, sich heutzutage Sechstligafußball ansehen zu müssen. Ich bin zu jung, um mich an das letzte Bundesligaduell zwischen Uerdingen und Bayer Leverkusen zu erinnern, aber mir wurde zugetragen, dass der KFC mit 3:0 siegen konnte, aber letztlich doch abgestiegen ist. Ohnehin ist Leverkusen einer der wenigen Profivereine, gegen die Uerdingen eine positive Bilanz hat: 11 Siege, 12 Remis und 10 Niederlagen. Würden Testspiele in diese Statistik einfließen, wäre sie wieder ausgeglichen, denn Leverkusen gewann gestern 4:1.

Doch bevor sich Sechst- und Erstligist auf dem Rasen messen durften, gab die Krefelder Band „Might 8 Balls“ ein kleines Rock-Konzert unter der Südtribüne. Anschließend durften die Cheerleader der „Fireballs“ ein bisschen auf dem Rasen tanzen – die selbe Cheerleader-Truppe war zu Regionalligazeiten noch Stammgast, gestern gab sie aber wohl leider ein einmaliges Comeback. Aber simpler Fleischbeschau war ja auch nicht der eigentliche Grund für das Erscheinen der rund 1800 Zuschauer, sondern Fußball. Den gab es dann auch noch, natürlich. Völlig überraschend gingen die Hausherren durch Onur Özkaya 1:0 in Führung, vor lauter Freude fiel anschließend gleich mal die Anzeigetafel für knapp zehn Minuten aus.

Nach dem Ausgleich der Bayer B-Elf hatte sie sich dann aber wieder erholt, auch den Führungstreffer des Ex-Uerdingers Hettich (ausgerechnet!) zeigte sie ordnungsgemäß an. Ebenfalls angezeigt wurden die Zwischenergebnisse des DEL-Playoff-Spiels zwischen den Krefeld Pinguinen und der Düsseldorfer DEG. Der KEV gewann übrigens und erzwang so ein siebtes Spiel, aber das nur am Rande. Denn auch die Leistung der Krefelder Fußballer war ausgesprochen gut, kämpferisch und spielerisch war sie den Bundesliga-Spielern Renato Augusto, Henrique, Dum und Co. nicht so stark unterlegen, wie es auf dem Papier aussah. Mit letztlich 1:4 fiel die Niederlage auch noch relativ zufriedenstellend aus – mit dem selben Ergebnis hatte man in der letzten Saison gegen die Zweite Mannschaft von Leverkusen verloren.

Übrigens gab Bernd Schneider gestern Abend sein Comeback in der ersten Mannschaft von Leverkusen. Er blieb blass, spielte einige Fehlpässe und blieb unter seinen Möglichkeiten. Der bessere Spielmacher war gestern der Uerdinger Spielmacher David Machnik, achtzehn Jahre jung und aus der eigenen A-Jugend. Also mal abwarten, was man von dieser jungen Uerdinger Mannschaft in den nächsten Jahren noch so erwarten darf.

(Spielbericht auf KFC-Online, inkl. Fotos und Video mit allen Toren)

Glücklich, aber glücklos

Heimsieg!

Wenn man bedenkt, dass nur 4300m (Dank an Google Maps) neben der Krefelder Grotenburg im Eishockey-Tempel „KönigPALAST“ das vierte DEL-Play-Off-Viertelfinale zwischen den Krefeld Pinguinen und den DEG Metro Stars ausgetragen worden ist, ist es schon erstaunlich, dass sich gestern Abend stolze 966 Zuschauer das Spiel zwischen dem KFC Uerdingen und den Gästen aus Schonnebeck ansehen wollten. Aber diese Verrückten, die dem Erstliga-Eishockey zum Trotz das wunderschöne Grotenburg-Stadion mit seiner sechstklassigen Fußballmannschaft besucht haben, wurden immerhin mit einem Sieg ihrer Mannschaft belohnt, die KEV-Fans im KönigPALAST mussten ihre Mannschaft verlieren sehen.

Mit 2:0 gewannen die Uerdinger also hochverdient gegen die harmlosen Gäste, die Torschützen waren Donkor (65. Minute) und der eingewechselte Özkaya (90.). Es hätten sich aber noch viel mehr Spieler in diese Torschützenliste eintragen können, es gab die von Fußballjournalisten immer gern zitierten „Chancen für zwei Spiele“; doch die Blau-Roten von Trainer Uwe Weidemann scheiterten abwechselnd an sich selbst, Torpfosten und -latte. Und als leidgeprüfter Uerdinger musste man sich schon sorgen machen, gleich dafür bestraft zu werden, die Dinger vorne nicht reinzuknipsen – doch der Gast aus dem Essener Stadtteil Schonnebeck konnte seine wenigen Chancen nicht nutzen, aber immerhin dreimal musste der wieder genesene Stammtorhüter Björn Kreil in höchster Not retten. Irgendwann war der berühmte Offensiv-Knoten der Hausherren dann aber doch geplatzt, die Tore fielen, die Fans erleichtert.

So war der Flutlicht-Sieg letztlich zwar hochverdient, aber normalerweise gewinnt man so ein Spiel mit etwas Glück deutlich höher. Egal, drei Punkte, weiter geht’s. Am Dienstag kommt die Bundesliga-Mannschaft von Bayer Leverkusen zu einem Testspiel zu Besuch – und da der KEV wie erwähnt gestern der DEG unterlag, steht fest: auch am Dienstag muss man wohl auf ein paar Zuschauer verzichten, die sich lieber Eishockey ansehen werden. Schicksal einer Mannschaft, die sich langsam zu festigen scheint – dritter Sieg im vierten Spiel. Weiter so.


(vielen Dank wie immer an Kleinsterfanclub.de für die Bereitstellung des Fotomaterials)

Vierzuzwei.

Erleichterung pur beim Krefelder Fußballclub Uerdingen 1905. Da der Wettergott in den letzten Wochen immer wieder (Heim-)Spielverderber war, mussten die Krefelder Fußballfreunde bis zum heutigen Nachmittag auf ein Heimspiel ihrer elf Freunde warten. Der Gast TuRu Düsseldorf erwies sich als netter Punktelieferant und überließ den Hausherren heute drei Punkte – 4:2-Sieg! Der erste Sieg mit mehr als einem Tor Unterschied in dieser Saison. Der dritte Pflichtspielsieg hintereinander. Hurrajuhuendlich. So kann es weitergehen. Und mehr gibt es dazu eigentlich auch nicht mehr zu sagen. Deswegen abschließend noch ein kurzes: Juhu!

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Kein Hopp, kein Hildebrand, keine Tore.

Tatort Mannheim. Im Hinspiel zwischen der TSG Hoffenheim und der Dortmunder Borussia hatten ein paar böse Fieslinge fiese Bösartigkeiten über Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp verbreitet – die Älteren werden sich sicher erinnern. Beim heutigen Rückspiel war Herr Hopp nicht im Stadion, dafür war ich anwesend. Dennoch gab es wieder einmal viele Anfeindungen in Richtung Hopp und Hoffenheim, ein paar der Spruchbänder gibt es zu sehen, wenn man auf das nebenstehende Bild klickt, welches mit dem BVB-Fanzine“schwatzgelb.de“ verlinkt ist. Nicht sehen kann man dort die Sprechchöre, die vor allem in der ersten Halbzeit zu hören waren: „Dietmar Hopp du Sohn einer H*re!“. Na, na! Das Sternchen wurde übrigens nicht mitgesungen. (Mörderwitz, haha.)
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Mesut Özil

Der Deutsch-Türke Mesut Özil hat vorhin beim peinlichen, langweiligen und enttäuschenden 0:1 gegen Norwegen sein zwölfminütiges Länderspiel-Debüt für die deutsche Nationalmannschaft gegeben. Und während Claudia Roth immer noch freudige Purzelbäume vor dem heimischen Fernseher macht, hat Herr Özil selbst bereits ein Interview mit der ARD hinter sich gebracht. Zweimal sagte er, dass er enttäuscht wäre, dass das Spiel verloren gegangen sei, zweimal sagte er, dass er sich für die deutsche Nationalmannschaft entschieden hätte, weil er sich hier „wohl“ fühle und als weiteren Grund fügte er dann noch folgendes hinzu:

„Weil ich kenn‘ Mitspieler aus Bundesliga.“

Dem ist denke ich nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht noch, dass er auch nicht weniger schlecht gespielt hat als seine Mitspieler aus der Bundesliga. Aber die mussten wenigstens keine Interviews geben.

Leere Taten in Duisburg-Homberg

KleinsterFanClub.de„Leere Worte oder ehrliche Taten?“ wollte die Uerdinger Fanszene vor dem Rückrundenauftakt in Duisburg-Homberg wissen. Nach teils sehr peinlichen Auftritten in der Winterpause (nur Siebter beim Krefelder Hallenturnier, 1:7 gegen MSV Duisburg II) zeigten sich die Blau-Roten zuletzt gefestigt und ließen auf Besserung hoffen. Neue Spieler sind gekommen, alte Nicht-Leistungsträger sind gegangen, alles sollte besser werden. Trotzdem habe ich mir lange überlegt, ob ich auf die andere Rheinseite zum VfB Homberg fahren sollte, eine weitere Enttäuschung schien vorprogrammiert. Und trat ein. 0:3-Auswärtsniederlage. Typisches „War ja klar“.

Etwa die Hälfte der 500 Zuschauer auf dem Nebenplatz des PCC-Stadions, dessen Rasenplatz wegen Unbespielbarkeit gesperrt worden war, kam aus Uerdingen. Gut erkennen konnte man die Gästefans am „Warum tu ich mir diese Scheiße eigentlich noch an“-Blick, den ich mir zusätzlich zum blau-roten Schal auch angezogen hatte. Und nachdem ich ein traditionell leckeres Fischbrötchen am Stadion verzehrte (Geheimtipp!), begann die gute Laune quasi mit dem Anpfiff. Schnell fiel das 1:0 für Homberg nach einer Ecke, danach passierte nicht mehr viel bis zur Pause, abgesehen von einer gelb-roten Karte für den Uerdinger Neuzugang Sokolowski. Und nach der Pause lief mit zehn Spielern auch nichts mehr zusammen, einfachste Pässe kamen nicht an, Konter wurden gefangen und ich bin mir sicher, dass sich die Homberger immer noch darüber kaputt lachen, wie einfach dieser Sieg gegen den „Aufstiegsaspiranten“, der sich im Abstiegskampf der sechsten Liga befindet, letztlich war.

Gefroren, aufgeregt, enttäuscht nach Hause gegangen. Alles wie gehabt in Uerdingen. Zum Kotzen.

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„Das ist die größe Verarschung aller Zeiten“

16.11.1991 – ich war gerade ein paar Wochen auf der Welt und in Brandenburg spielte der heimische BSV Stahl gegen den späteren Aufsteiger Uerdingen in der zweiten Liga – und verlor nicht nur 0:3, sondern auch drei Spieler durch rote Karten und zwei Spieler durch eine Verletzung. Brandenburg stieg am Ende der Saison ab. das Spiel ging als „Skandalspiel“ in die Geschichte ein. Jetzt habe ich ein Video dazu bei YouTube gefunden und es ist nur schwer vorstellbar, dass sich ähnliche Szenen heutzutage wiederholen könnten.

Heute spielt Uerdingen übrigens in der sechsten, Brandenburg in der siebten Liga.

Mehr zum Spiel bei Fußballdaten.de:
http://www.fussballdaten.de/zweiteliga/nord/1992/18/brandenburg-uerdingen/

Neuer Schal. alte Tristesse

Ein letztes Mal in diesem Jahr bin ich heute in die Krefelder Grotenburg gepilgert, um meine Farben spielen zu sehen. Der Gegner hatte heute einen interessanten Namen. Bitte festhalten: SV Hönnepel-Niedermörmter. Ernsthaft, so hießen die. Und die blau-roten Jungs haben 90 Minuten lang versucht, das Bauern-Bollwerk zu knacken, hat aber nicht geklappt. Ist also bei einem enttäuschenden 0:0 vor 919 Zuschauern geblieben.

Alter Schal
Die größte (und einzige) Torchance gab es in der letzten Minute, als Gustav Policella einen Kopfball , der kleine Torwart vom SV Hönnepel-Niedermörmter (was ein Name!) konnte den Ball aber aus der Ecke fischen. So ist diese letzte Szene der Partie ein wunderbares Sinnbild für das Fußballjahr 2008: Alles versucht, gekämpft, aber am Ende steht man mit leeren Händen da. Aber genau genommen ist das KFC-Jahr noch nicht vorbei, es warten noch zwei Auswärtsspiele auf die Unverbesserlichen. Erst in Wülfrath, dann gegen Straelen II. Und wenn die Spiele so werden, wie die Namen es versprechen, dann bleibe ich lieber zu Hause.


Und wenn ich mich doch aufrappen kann, ziehe ich meinen neuen Schal (Bild 2) an, für den ich heute 12€ auf den Tisch gelegt habe. Er löst erstmal den guten alten Schal (Bild 1) ab. Und immerhin, mit dem neuen Schal um den Hals habe ich bisher noch keine Niederlage und auch noch kein Gegentor erlebt! Ja ja, als Uerdingen-Fan freut man sich halt auch noch über die kleinen Dinge des Lebens. Seufz.

Bochum-Hertha

Es war ein sehr musikalischer Tag gestern. Mehr dazu später im Bericht zum Rockpalast in Essen – aber auch beim Bundesliga-Spiel zwischen dem Vfl Bochum und Hertha BSC Berlin (2:3) gab es was auf die Ohren. Vor dem Spiel klang "Bochum" aus den Stadionboxen, gesungen von Herbert Grönemeyer (geboren in Göttingen). Während des Spiels sangen die Berliner Fans dann "Nur nach Hause" von Frank Zander und als man sich schon sicher war, dass das Spiel beim Stande von 0:3 gelaufen wäre, schossen die Hausherren dann noch zwei Tore. Und als Tormusik gibt es diese Saison (wie schon auf St. Pauli etabliert) "Song 2" von Blur. Fußball gespielt wurde nebenbei auch noch.

Und vor dem Spiel began spontan ein starker Schneesturm, sieht sehr geil aus so im Stadion. Hat sich zum Glück nicht negativ aufs sehr unterhaltsame Spiel ausgewirkt. Und "nach Hause" gegangen sind die Herthaner Gerüchten zufolge übrigens trotzdem. Wooohooo!

Schnauze voll.

Es gibt Spiele, die lassen sich am besten dadurch erklären, indem man ein paar Gesänge auflistet, die auf der Ostkurve so gesungen wurden. Hier also eine kleine Auswahl zum gestrigen Spiel KFC Uerdingen gegen Union Solingen (1:3).

"Wir sind Uerdinger und ihr nicht!"
"Lakis* schmeiß‘ die Mannschaft raus!"
(*Präsident und Geldgeber des Vereins)
"Tausend Trainer schon verschlissen, Spieler kommen, Spieler gehen; doch euch H*ren, doch euch H*ren woll‘n wir alle nicht mehr sehen!"

KleinsterFanclub.de Und so weiter. Ich fasse zusammen: die Schnauze ist voll, das Maß sowieso. Obwohl das gestern sicher nicht das schlechteste Saisonspiel der Blau-Roten gewesen ist (was ja auch schon beachtlich ist, wenn man trotzdem verliert), aber es war kämpferisch und spielerisch mal wieder so unterirdisch, unfassbar. Da brachte auch der Trainerwechsel von Towa zu Uwe Weidemann, den man noch von seiner Amtszeit bei der Düsseldorfer Fortuna kennen wird, erstmal nichts. Aber ich glaube, die Gurkentruppe könnten auch Hitzfeld und Konsorten nicht nach vorne bringen.

KleinsterFanclub.deDreizehn Spiele, sechs Niederlagen, drei davon zu Hause. Als Topfavorit auf den Aufstieg. So eine Scheiße. Dabei war der Support gestern mehr als gut, vor dem Spiel gab es eine kleine Choreografie zum achtjährigen Bestehen der Ultras Krefeld (siehe Bild) und während des Spiels gab es sehr viel Liedgut in hoher Lautstärke. Die 150 Solinger waren kaum zu hören. Waren übrigens wieder über 1300 Zuschauer in der Grotenburg, mal sehen, wie viele es in zwei Wochen noch sind. Ich glaube, es hat noch nie so wenig Spaß gemacht, Fan der Uerdinger zu sein. Und es hat die letzten Jahre schon arg wenig Freude gemacht.

Mehr traurige Details zum Spiel kann ich jetzt leider nicht mehr erzählen (ich muss mir für die nächsten Niederlagen und Peinlichkeiten auch noch ein paar Floskeln aufsparen), denn nach dem Spiel ging es in zum Nachtturnier in der Torfabrik/Fußballhalle. 22 Mannschaften (!) haben mitgespielt, wir haben es nur bis ins Viertelfinale geschafft, sind gegen die Zweite Mannschaft des KFC ausgeschieden. Muskelkater, aua. Ich war kurz nach fünf zu Hause, auch mal schön.

Übermorgen feiert hat der KFC Uerdingen seinen 104. Geburtstag. Mal sehen, wie viele es noch werden…

Die wilden Trikot-Siebziger

Wuppertal erzwingt Spielabbruch, Düsseldorf den Sieg

Die Düsseldorfer LTU-Arena ist nicht gerade eine meiner Lieblingsstadien. Alle Plätze sind "versitzplatzt", ganz so wie Sepp Blatter es gern hätte. Zudem sind die Sitze alle bunt, was den Eindruck erwecken soll, dass das Ding immer ausverkauft ist. Hm. Ausnahmsweise war ich gestern als einer der 16.663 mal nicht im Gästeblock, weil ich nämlich eine Freundin begleitete, deren Freund Düsseldorf-Supporter ist, fand ich mich auf einmal im Supporters Block wieder. Wenigstens blieben mir dort Fragen wie "Was ist Abseits?" oder "Was singen die da?" erspart, ungewohnt war es schon. Dafür habe ich viel neues Liedgut vernehmen können, Fahnen- und Doppelhalter-Einsatz auch gut, Lautstärke wohl ebenso. Fortuna also auch neben dem Platz eindeutiger Sieger.

Vor allem, weil die Wuppertaler sich auch ganz schön zum Horst gemacht hatten. Tage vor dem Spiel kündigte man als Motto "Düsseldorf  zerstören" an, Minuten vor dem Spiel gab es dann Rauchwolken, die aus dem WSV-Block aufstiegen. Richtig eingesetzt sieht das ziemlich gut aus, nicht so beim WSV, wo man sich scheinbar dachte, "lass einfach mal mitnehmen und zünden, hihihihi!". Weniger lustig waren da die Feuerwerkskörper, die auf den Platz (auf den eigenen Torhüter!!) flogen. Und weil auch nach dem Führungstor der Wuppertaler mehrere von den Dingern auf den Platz (und auch ins Fangnetz) geflogen sind, wurde das Spiel gar für 15 Minuten unterbrochen. Zu weiteren Zwischenfällen kam es dann nicht, überhaupt hatten die Wuppertaler damit sprichwörtlich ihr Pulver (haha. ) verschossen, kein Support, kein gar nichts kam bei uns an. Für die Menge war das sowieso arg schwach, kaum einer ist dort mitgezogen, wenige Fahnen, buuuuh Wuppertal.

Fußball wurde übrigens nebenbei auch noch gespielt. Fortuna gewann verdient 3:1. Der erste Fortuna-Sieg während meiner Anwesenheit (vorher zwei Niederlagen, ein Unentschieden). Trotzdem bekommen mich keine zehn Wuppertaler Pferde mehr in den Supporters Block. Höchstens für Geld! So.

(Tipp für alle Besucher des Düsseldorfer Hauptbahnhofs: kauft euch diese Suppen aus dem Automaten für fünfzig Cent, sie sind sehr geil.)

War ja klar.

KFC-online,deIch hätte es wissen müssen. Immer wenn man sich in der letzten Zeit auf ein Spiel des KFC Uerdingen gefreut hat, wurde man bitter enttäuscht. So auch gestern Abend beim Heimspiel gegen den VfB Speldorf (1:3). Dabei hatte das Spiel eigentlich ganz gut begonnen, nach zwanzig Minuten ging man sogar mit 1:0 gegen den Tabellenzweiten in Führung. Wenig später dann aber der Ausgleich der Mülheimer, nach der Pause traf Hettich, Torschütze zum 1:0, beim Stande von 1:1 nur die Latte. Hätte, wäre, wenn. Danach fielen noch zwei Tore für die Gäste, Spiel verloren, Anschluss an die Tabellenspitze ebenfalls.

Abgesehen davon, dass ich in den neun (von elf) Ligaspielen, bei denen ich Zuschauer war, keinerlei Taktik oder Grundkonzept entdecken konnte, macht vor allem eines stutzig: kämpferisch ist die Truppe zwar vorbildlich, aber spielerisch ist vieles einfach Zufall und Glück. Man spielt nicht wie ein Aufstiegskandidat, eher wie ein Underdog, der fehlende Spielkultur mit Kampfgeist wett zumachen versucht. So bleibt eine bittere Erkenntnis: der KFC Uerdingen ist derzeit nur Mittelmaß in der sechsten Liga. Und Trainer Towa wirkt mit seinen Durchhalteparolen auch nicht gerade so, als hätte er noch ein Ass im Ärmel.

KFC-online.de So blieb nur den vielleicht 50 mitgereisten Speldorfern, die während des Spiels nicht durch Gesänge, nur durch nackt rumtanzen und Bengalo zünden aufgefallen waren, Grund zur Freude. Der Großteil der 1212 Zuschauer ging enttäuscht nach Hause, viele verließen die Ostkurve bereits viele Minuten vor dem Schlusspfiff.  Besonders traurig: die Gesichter der meisten Blau-Roten waren nicht etwa geprägt von Trauer oder Enttäuschung. Es schien eher so, als wäre die Heimniederlage gleichgültig. Denn: war ja eh klar. Typisch Uerdingen.

Sollte es den viel zitierten Fußballgott wirklich geben, dann sitzt er wohl Woche für Woche in seinem Sessel und lacht sich über diesen komischen ehemaligen Bundesligisten aus Krefeld kaputt. Wobei – gibt es wirklich einen Fußballgott, wenn Hoffenheim auf den vorderen Plätzen der Bundesliga steht? Falls ja, wechsele ich den Glauben, bzw. die Sportart. Eine letzte Chance bekommt er nächste Woche in Viersen, aber da freue ich mich aktuell mal so gar nicht drauf. Was wieder ein gutes Zeichen wäre, denn dann gewinnt der KFC öfters. Typisch Uerdingen eben.

Farbenreicher Nachmittag in der Grotenburg

KleinsterFanclub.deVor dem Spiel bekamen die knapp 950 Zuschauer der Partie KFC Uerdingen gegen Kapellen-Erft ein Infoblatt des Bündnisses KFC-Fans gegen Rassismus in die Hände gedrückt. Dazu gab es Aufkleber und später während des Spiels ein Spruchband mit der Aufschrift "Love Oeding – Hate Racism"; all das geschah im Rahmen der aktuell europaweit anlaufenden Kampagne "FARE" gegen Rassismus. Eine bunte Kurve frei von Rassenhass – glücklicherweise aktuell bei uns der Fall.

Weniger schön sind viele bunte Karten auf dem Fußballplatz: gleich neun Platzverweise wurden in zehn Ligaspielen gegen den KFC ausgesprochen. Drei davon heute, alle drei mehr als fragwürdig. Wie schon einige andere merkwürdige Schiedsrichterentscheidungen gegen die Blau-Roten in dieser Saison. Nicht wenige hegen die Vermutung, dass der Verband den KFC auf dem berühmten Kieker hat, möglicherweise will man den lästigen Verein mit seinen bösen und pöbelnden Fans loswerden? Auf jeden Fall ist es sehr merkwürdig, dass ein Schiedsrichter, der bereits unliebsame Erfahrungen mit dem KFC gemacht hat, ein Ligaspiel pfeifen darf. Der Sportkamerad Nierich, der das heutige Spiel gepfiffen hat, wurde nämlich vor wenigen Jahren während des Gastspiels in Düsseldorf nach Tumulten im KFC-Block, ausgelöst durch ein nicht gegebenes Tor, von einem maulkorblosen Polizeihund gebissen. Nachzulesen ist die Geschichte unter anderem hier. Erwähnen muss man auch einen eher ungewöhnlichen Fangesang gegen Mitte der zweiten Halbzeit: "Ausziehen, ausziehen!" wurde gerufen. Der Grund dafür war das Trikot des Schiedsrichters, das dem Trikot der Hausherren so ähnlich sah, dass gleich drei (!) Angriffe der Uerdinger bei ihm endeten, weil die blau-rote Offensive für einen der Ihren gehalten hatte.

KleinsterFanclub.deAch ja, gespielt wurde heute natürlich auch. Vor Beginn der 90 Minuten gab es erst einmal eine Suchanfrage der Fans: "Geile Szene sucht Mannschaft mit Herz und Leidenschaft" stand als Reaktion auf die zuletzt lustlosen Auftritte schwarz auf weiß auf drei Spruchbändern. Der KFC begann wie gefordert kampf- und spielstark, traf in der ersten Hälfte gleich dreimal die Latte, den letzten Lattentreffer konnte Gustav Policella mit einem Flugkopfball ins verwaiste Tor zum 1:0 abschließen. Völlig verdiente Führung zur Pause, in die man nur mit zehn Spielern ging: Sven Kegel holte sich seinen dritten (!) Platzverweis für ein harmloses Foul am Mittelkreis ab. Später sahen Zukanovic und Wedau noch gelb-rot, bei Spielende standen also nur sieben Uerdinger Feldspieler auf dem Platz. Gewonnen wurde trotzdem. Aber die Leistungen der Schiedsrichter bei Partien mit Uerdinger Beteiligung ist mindestens merkwürdig. Man darf gespannt sein wie es weitergeht…

Nachtrag (19:55Uhr):
Bei Grotenburg TV gibt es jetzt auch ein Video zum Spiel:
http://www.kfc-uerdingen.de/saison2007_08/thread.php?postid=111306#post111306

Grünsonntag.

KleinsterFanclub.deSonntag. Horst Neuhoff-Sportplatz. Neunter Spieltag der Niederrheinliga, der Cronenberger SC empfängt den KFC Uerdingen 05. Cronenberg? Wo ist das denn? Das ist in Wuppertal, im schönen bergischen Land also. Der Cronenberger SC lässt sich gut mit Hoffenheim vergleichen. Na gut, ohne das viele Geld. Ohne Mäzen. Und ohne großes Stadion. Und auch ohne großen sportlichen Erfolg, Cronenberg ist vor und nach dem heutigen Spiel Tabellenletzter. Aber er ist ein Dorfclub. Wie Hoffenheim. Und die Fankultur ist auch ähnlich, äh, "blühend". Dazu dann später mehr.

Erst einmal muss man das Stadion – Verzeihung – den Horst Neuhoff-Sportplatz finden. Am besten orientiert man sich an den grünen Autos mit dem weißen Schriftzug "Polizei". Rund um die Cronenberger Spielstätte habe ich zwanzig (!!) Einsatzwagen gezählt, kein Scherz. In der sechsten Liga. Unglaublich, für dreihundert Uerdinger so ein großes Aufgebot. Hatte aber auch damit zu tun, dass die bösen Buben von Union Solingen zeitgleich beim Wuppertaler SV II antraten (und mit 5:3 gewannen). Da waren kleinere Konfilkte vorprogrammiert. Inwiefern bzw. ob es da aber nach dem Spiel noch zu Reibereien gekommen ist – keine Ahnung. Interessiert mich aber auch nicht so sehr.

KleinsterFanclub.deMehr interessiert mich die Leistung auf dem Platz. Im kostenlosen Stadionheft werden wir großmündig als ehemaliger Bundesligist vorgestellt, ja sogar ein "Hauch von Europapokal" wollen die Schreiberlinge vom "CSC-Echo" in Cronenberg erleben. Davon war aber über 90 Minuten nichts zu sehen, der KFC gewann in der Offensive kaum einen Zweikampf und rannte in der Defensive den Gegnern nur hinterher. Zur Pause lag man bereits verdient 0:2 zurück. Also gilt; nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz ist Grün präsent: die Trikotfarben vom CSC sind nämlich grün-weiß. Grünsonntag eben. Wogegen sich der blau-rote KFC auf dem grünen Rasen ordentlich blamiert. Und das als "Bayern München der Liga". Steht so auch im CSC-Echo.

Auch in der zweiten Halbzeit wurde es nicht besser: ein kurzes Aufbäumen mit einem Anschlusstreffer per Elfmeter, das war’s. Man war zwar drückend feldüberlegen, Chancen gab es aber kaum. Die gab es nur durch Kontergelegenheiten für Cronenberg. Und die spielten gegen Ende des Spiels sogar noch in Unterzahl: ein Angreifer der Wuppertaler sprang unserem Torwart brutal ins Gesicht, Keeper Björn Kreil musste minutenlang behandelt werden. Gab aber nur die gelb-rote Karte statt dem eigentlich fälligen Rot. Unfassbar. Wie auch das Endergebnis: 3:1 für die Gastgeber. Anschließend wurde man auch von der Dorfjugend gegenüber verhöhnt, die schon das ganze Spiel auf dicke Hose gemacht hat und damit tierisch auf die Klötze ging: das ist alles so traurig, dass man als Außenstehender fast über die Situation des ehemaligen Bundesligisten lachen könnte. Tu ich natürlich nicht. Mein blau-rotes Herz schlägt weiter.

KFC-OnlineAber der nächste "Hauch von Europapokal" wird wohl noch in weiter Ferne liegen. Es sei denn, beim nächsten Auswärtsspiel in Viersen schreibt man im Vereinsheftchen wieder über die großen Erfolge der Uerdinger in den 80-Jahren, von denen die aktuelle Truppe nur träumen kann. Es ist alles so traurig, neun Punkte Rückstand bis zur Spitze bereits. Scheiß Fussballgott. Guten Abend.

Bochumer Aufholjagd nicht belohnt

VfL Bochum – Bayer Leverkusen 2:3 (0:2)

Es war schon ein extrem komisches Gefühl so am Krefelder Bahnhof heute Mittag. Denn zeitgleich zu dem Bundesligaspiel zwischen Bochum und Leverkusen spielten "meine "Uerdinger auf Asche (!) gegen Schonnebeck im normalen Ligabetrieb. Und die Uerdinger standen auch auf dem gleichen Gleis wie wir, schon sehr ungewohnt den gewohnten Gesichtern sagen zu müssen, dass man nicht mit ihnen zum Auswärtsspiel fahren würde. Aber wir waren jetzt halt mit vier Männekes in Bochum. Im neutralen Stehplatzbereich, heimlich aber doch parteiisch, natürlich für Bochum.

Vor dem Spiel gab es eine gute und eine schlechte Nachricht: schlecht war, dass das Bier dort immer noch "Moritz Fiege" heißt, mit Becherpfand 4,50€ kostet (0,5l) und immer noch nicht lecker schmeckt. Die gute Nachricht war, dass bei der Aufstellung durchgesagt worden ist, dass Bernd Schneider mitspielen würde. Wir haben uns zwar sehr verwundert angesehen und uns gefreut – leider stellte es sich als Fehler heraus. Da hat wohl jemand zu viel Moritz Fiege getrunken.

Spiel war dann sehr flott: Leverkusen ging schnell in Führung, legte nach und hielt den Vorsprung bis zur Pause. Der dritte Treffer lies auch nicht lange auf sich warten und wir stellten uns auf einen eindeutigen Auswärtssieg der Bayer-Elf ein – doch Bochum war kämpferisch sehr stark, Hut ab. Sie haben nicht nachgelassen und nachdem gefühlte siebenundvierzig Torchancen vergeben worden sind, fielen dann auch noch zwei Tore. Leider zu wenig, Unentschieden wäre verdient gewesen. Dafür war das Wetter sehr gut.

Support auf Seite der Hausherren sehr durchschnittlich: viele Fahnen, dafür wenig Liedgut und keine sonderlich gute Lautstärke. Haben auch wohl nur sehr wenige mitgezogen, nur der "harte Kern" sang mit. Gut gefallen hat mir der Gästeblock, ordentliche Lautstärke, viel Liedgut und auch ein paar Fahnen. Fan des Tages ist aber ein Sportskamerad im Ribery-Trikot – wie doof kann man eigentlich sein?

Danach ging es nach etlichen Verspätungen und Zugausfällen wieder zurück in die Seidenstadt. Und auch gleich ein paar Blau-Rote getroffen: "Wie hamwer gespielt? WIE HAMWER GESPIELT?". Null zu null haben wir gespielt. Naja. Morgen geht’s zur Zwoten des KFC.

Enke war nervös und Heiko BesterMann

Schalke 04 – Hannover 96 2:0 (0:0) [50.378 Zuschauer]
 
Endlich mal wieder aufSchalke. Wie bereits erzählt bin ich neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit als Fan des KFC Uerdingen ja auch noch Anhänger der blau-weißen Knappen. Und gestern stand die zweite Runde im DFB-Pokal an und es war ein Leichtes, an Eintrittskarten zu kommen. Da habe ich mich natürlich nicht lumpen lassen und mal einen Zehner aus der Sparbüchse geklaut! Auf nach Gelsenkirchen.

Das Spiel, welches in der Nordkurve verfolgt worden ist, war ziemlich einseitig. Die ersatzgeschwächten Hannoveraner brachten nach vorne kaum etwas zustande, daher war der Sieg dann auch mehr als verdient. Dank an Heiko "BesterMann" Westermann, der als ehemaliger Verteidiger jetzt im Mittelfeld spielt und Tore schießt wie blöd. Und danke, dass es keine Verlängerung gab, sonst hätte ich die Nacht am Bahnhof von Duisburg verbringen müssen. So wurde wenigstens noch der letzte Zug nach Krefeld erwischt.

Immer diese Schmutzfinken auuse Ruhrgebiet! Tststs.

Support war von Schalker Seite in der gesamten Nordkurve maximal durchschnittlich. Vorne zogen viele mit, dahinter waren es dann nur noch vereinzelte Gruppen. Und man kommt sich schon ein bisschen blöd vor, wenn man mit vier Männekes versucht, ein wenig Stimmung in die Bude zu bekommen. Sehr peinlich: es waren extrem viele Arena-Touristen in unserer Umgebung, da waren Fotos (für SchülerVZ?!) und "Raaaafinhaaaa!! Süüß!"-Rufe wichtiger als der Support der Mannschaft. Sehr viele bescheuerte und unpassende Lieder waren auch zu hören; Negativbeispiele: "Enke ist nervös", "Schießbude Enke" (beim Spielstand von 1:0!!) und viele viele BxB-Schmährufe. Was haben die bei so einem Spiel zu suchen!? Mal ganz davon abgesehen, dass es aus Gründen keinen Capo gab, was auch beim Abschiedsfeiern mit der Mannschaft schmerzlich sicht- und hörbar wurde: die Spieler setzen sich hin, nix passierte und dann wurde mit "Wer nicht hüpft der ist Borusse" gefeiert. Oh man…

Gut war das nur für, ähm, "Comedian" und 96-Fan Oliver Pocher, der in der Halbzeitpause irgendwelche blöden Witzchen gemacht hat. So war es nämlich ausnahmsweise mal nicht der Oli, der mir am meisten auf die Klötze ging.

Trotzdem ein gelungener Abend in blau und weiß. Gern wieder! Glück auf.
(und wer einen noch ausführlicheren, besseren und bebilderten Bericht zum Spiel lesen möchte, kann dies beim mberghoefer tun)

Zweizusechs.

Es gibt so Fußballtage, an denen möchte man kotzen, motzen und heulen gleichzeitig. Heute war es beim Heimspiel gegen den SV Straelen mal wieder soweit.

Stolze 1304 Zuschauer fanden sich heute in der Grotenburg ein, um sich den sechsten Spieltag der sechstklassigen Niederrheinliga anzusehen. Und passend zur Zahl sechs fingen sich die, die sich "Uerdinger" schimpfen, auch gleich sechs Tore gegen den Mitabsteiger Straelen ein. Alles blöde Gegentore. Ich habe heute Abwehrfehler gesehen, die in der F-Jugend bereits mit bösen Blicken des Trainers bestraft werden. Mindestens.

KFC-StraelenSechs Gegentore – Willkommen in Krefeld!

Und es ist eigentlich wie jedes Jahr. Nach ein paar Spieltagen stellt sich die anfängliche Euphorie ein und Frust kommt auf. Jedes Jahr die gleiche Scheiße, irgendwann macht es auch keinen Spaß mehr sich Woche für Woche für den Rotz der Herren in Blau und Rot rechtfertigen zu müssen.

Jemand eine Idee, wann der KFC das letzte Mal sechs Heim-Gegentore hinnehmen musste? Es war am 25.02.1996 in der 1. Bundesliga gegen den FC Bayern München. Torschützen damals unter anderem Klinsmann, Zickler und Scholl. Heute Pütters, Clarke und van Houdt.

BILD.de weder exklusiv, noch informiert

Okay, ich gebe es zu. Ich war nur auf BILD.de, um irgendeinen Fehler zu finden. Oder wenigstens irgendetwas, was ich kritisieren könnte. Und zack, nach etwa drei Minuten bin ich fündig geworden! Bravo, BILD.de. Dort steht folgendes:

Quelle: BILD.de

Quizfrage: was wird dem Leser durch diese Überschrift suggeriert? Richtig, dass das Spiel APOEL Nikosia gegen Schalke 04 heute nicht im Fernsehen zu sehen ist und nur BILD.de Bildmaterial zum Spiel bietet. Ist nicht richtig, denn S04-Fans können über Satelit bei einem zypriotischen Sender in den Genuss des UEFA-Cup-Spiels kommen, aber nun gut, dass weiß man sicher auch nur, wenn man beinharter Knappe ist. Und ein kurzer Blick ins Schalke-Forum ist für einen Journalisten vielleicht auch etwas viel verlangt. Dort kann man ebenfalls lesen, dass das Radio Emscher-Lippe live im Radio vom Spiel berichtet, ebenso wie WDR2.

Außerdem plant der Sender Eurosport in den nächsten Tagen eine Zusammenfassung – im TV!

BILD.de schreibt weiter:


Quelle: BILD.de

Wie? Schalke-Fans schauen in die Röhre? Ich dachte, es läuft nicht im TV?
Und ob der Live-Ticker bei BILD.de so spannend wird wird eine TV-Übertragung bleibt abzuwarten. Aber mit Sicherheit gibt es Schalke nicht nur bei BILD.de, wie einem die Überschrift erzählen möchte. Denn bei Schalke04.de, Kicker.de und Sport1.de wird es ebenfalls einen Live-Ticker geben.

Aber BILD flunkert bei der Exklusivität ja gern mal.

Nachtrag (16:22Uhr):
Jetzt steht’s auch im BILDblog.

Fußball im Estenland

FC Flora Tallinn – Narva JK Trans 3:3 (1:3)
05.07.2008 – A. Le Coq Arena [270 Zuschauer]

Die estnische Meistriliiga ist nicht gerade das, was den hauptberuflichen Fußballromantiker zum Schwärmen antreibt. Zehn Mannschaften kämpfen in der Liga an 36 Spieltagen um die Meisterschaft, fünf davon kommen aus der Hauptstadt Tallinn, drei davon belegen die ersten Plätze. Direkt dahinter kommt der "ewige Vierte" aus dem Osten des Landes: Trans Narva, Verein einer Stadt, die zu 95% von russischen Einwohnern besiedelt wird, ist gerade in der ersten Runde des UI-Cup an FK Ekranas gescheitert. Gastgeber Flora, seines Zeichens größter estnischer Sportverein, sowie Rekordmeister und aktueller Vizemeister, kämpft noch um den Titel. Siegessicher ging die Mannschaft also auf den Platz, angefeuert von einem 30-Mann und zwei Trommeln starken Support-Team im gastgebenden Grün-Weiß auf der Tribüne. Doch noch während der emsige Stadionsprecher die Aufstellung der Hausherren vortrug, gingen die Gäste schon mit ihrem ersten Angriff durch ein Weitschusstor in Führung – wenig später fiel das zweite Gäste-Tor durch einen Elfmeter. Und den Anschlusstreffer egalisierte Trans und ging mit einer verdienten 3:1-Führung in die Pause.

Wer sich in der 15-minütigen Entspannung vom estnischen Fehlpass-Festival kein Bier der für die Arena namensgebenden "A. Le Coq"-Brauerei gegönnt hat, wurde mit einem Pausenspielchen bei Laune gehalten: in bester Sportstudio-Manier treten drei Zuschauer vor eine Torwand, bekommen einen Fußball vor den Fuß gelegt und müssen sich als Torschütze beweisen. Als Preise winken unter anderem ein Laptop und ein Fernseher, doch alle drei Schützen scheitern. Den Sponsor der Elektronikgeräte freut’s.

Ganze 270 Menschen hatten am Samstagabend den Weg ins modernste Stadion der Nation gefunden – höchster Wert für diesen 17. Spieltag der Liga. Wenn man bedenkt, dass gleichzeitig das "Õllesummer", also das "Biersommer"-Festival dem Kick Konkurrenz gemacht hat, eine gute Zuschauerresonanz. Ebenso wenn man weiß, dass das Spiel auch im Fernsehn übertragen worden ist – da konnte man sich die umgerechnet 3€ Eintritt gleich sparen. Wer die 50 estnischen Kronen investiert hatte, sah neben einer untergehenden Sonne eine in der zweiten Halbzeit kämpfende Heimmannschaft, die zu einem letztlich verdienten 3:3-Unentschieden gekommen ist. So ging eine spielerisch auf Oberliga-Niveau einzustufende Partie für die meisten Zuschauer wenigstens noch vergnüglich aus – auch wenn man keinen Laptop gewonnen hatte.