Fitze, Fitze, Fotze « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog.

Fitze, Fitze, Fotze

Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Stimmt gar nicht. Meine Oma fährt meistens mit dem Bus. Auf Straßen. Ohne Eier drumherum. Und überhaupt: Ich kenne keinen einzigen Menschen, der im Hahngehege lustige Kreise fährt. Was für ein Unsinn! Aber, irgendwer schon das schon machen. Irgendjemand fährt im Hühnerstall Motorrad, Motooorrad.

Alle meine Entchen schwimmen auf dem See. Ich habe Entchen?! Nein. Ich habe eine Katze. Die macht zwar ihr Schwänzchen in die Höh‘, schwimmt aber nicht. Die macht nur „miau“. Immer dieses „miau“. Weiß nicht, was die an dem findet. Der hat fünfzig Millionen Chinesen getötet! Gut, bei einer Milliarde Einwohnern fällt das nicht so auf. Trotzdem! Mao, Mao? Ich sage ja auch nicht den ganzen Tag „Hitler, Hitler“. Na, Johannes, wie geht’s dir? Hitler! Zum hier essen oder mitnehmen? Hitler! Wo kämen wir denn da hin! Hitler fährt im Hühnerstall Motorrad. Alle meine Hitlers schwimmen auf dem See, IQ unter Durchschnitt, Ärmchen in die Höh‘. Ist ja albern.

Abgesehen davon müsste es heißen: Mutter Naturs Entchen schwimmen auf dem See. Aber soweit denkt ja niemand! Meins, meins, meins; meine Entchen! So ein Quak! So ein schlechtes Wortspiel! Werden wir kurz wieder ernst: Es ist doch. Schon im Kindergarten werden wir auf den Kapitalismus vorbereitet. Und ene, mene, mu, raus bist du; auf der Reise ins Konsumharem zieht dir immer jemand den Stuhl weg. Und auf dem Boden der Tatsachen kommt niemand vorbei und schenkt dir die T-Aktie. Da kannste lange drauf warten. Das Leben ist kein Waldorfkindergarten, sonst wären Formulare aus Filz und bei „Deutschland sucht den Superstar“ würden die Teilnehmer Eurythmie tanzen und das „Viva la Waldorf“-Lied singen. Das es übrigens wirklich gibt. Ich möchte daraus zitieren:

Das hier ist unser Liebeslied
für die Schule am Vollkorn-Kiez.
12 Jahre ein Volksfest für Freaks,
von den Waldis gibt’s jetzt dicke Beats.

Ich finde schön, dass diese Menschen am Vollhonk-Kiez so kreativ und selbstironisch sind. Ob es jetzt freiwillig lustig ist oder nicht, spielt keine Rolle. Außerdem: Es gibt in der Historie der scheinbar harmlosen Lieder über Randgruppen viel schlimmere Beispiele. Nehmen wir etwa „Zehn kleine Negerlein“. Ein Lied, in dem Schwarze als dumm, unzivilisiert und dumm dargestellt werden. Das ist an sich schon so weltfremd und rassistisch, dass sich auch unsere Haare kräuseln müssten. Okay, Sklaverei gibt es offiziell nicht mehr, aber Intoleranz ist für die meisten noch immer im doppelten Wortsinne ein Fremdwort. Die moderne Version der zehn kleinen Negerlein müsste folgendermaßen klingen:

Zehn kleine Mitbürger mit afrikanischem Migrationshintergrund zogen mal hierher,
da kamen Geschlechtspartnerinnen vorbei und schon waren sie viel mehr.

Tausend kleine Mitbürger mit afrikanischem Migrationshintergrund wollten dann studieren,
„nein, aber oh, sie kommen aus dem Kongo, können wir sie zum Bongospielen animieren?“

frug ein Frackträger namens Dr. Soundso,
nun sitzen die Meute bei McDonald’s rum und putzt da das Klo.

Und hier gilt nun das gleiche wie bei „Mitten im Leben“: ich wünsche, es wäre Satire. Sprich: überzogen. Doch: Das Leben da draußen ist nicht wie in Kinderliedern, es ist teilweise viel schlimmer. Um davon abzulenken, erzähle ich nun einen Witz:
Was ist weiß, rechteckig und überflüssig? Dieser Text! Hahahahaha!

Warum ich diesen Unsinn hier dennoch erzähle? Hitler. Und jetzt gehe ich. Aber nicht mit meiner Laterne, ihr Doofen.