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Mal Nachrichten

Guten Abend, meine Damen und Herren.

Hamburg.
Bei einer zunächst harmlos wirkenden Grundsatzdiskussion über Ethik, gleichgeschlechtliche Fortpflanzung und die Zukunft von süßem Kaffee-Gebäck starben bei einer Studentenfete in Hamburg-Altona zu später Stunde etwa zwölf Millionen Gehirnzellen. Darunter drei deutsche. Finanziell von uns abhängige Experten gehen davon aus, dass der bereits mehrfach vorbestrafte und pervers hoch besteuerte Alkohol im Spiel gewesen sei. Bestärkt wird diese These durch den selbst für Studenten ungewöhnlich beißenden Mundgeruch einiger Opfer. Zeugen berichten zudem von sehr schlechter Musik, die bis tief in die Nacht sogar noch in der Nachbarwohnung vernommen werden konnte. Akut tatverdächtig seien, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, der widerliche Whiskey von „netto“, diverse Produkte mit dem Etikett „Karlskrone“ und eine kanadische Kapelle namens „Nickelback“. Doch auch ein terroristischer Hintergrund könne zu diesem frühen Zeitpunkt der Ermittlungen noch nicht ausgeschlossen werden.

Die Staatsanwaltschaft warnt aus diesem Anlass vor allem dumme Menschen dringlich davor, durch den Konsum von Pseudorockmusik und billigem Alkohol das eigene Denken weiter einzuschränken. Die Gesellschaft habe schon genug doofe Heinis, die sich bei „Starbucks“ über große grüne Strohhalme und das kostenlose WLAN-Netz freuen würden. Es wird empfohlen, sich in Zukunft bei anbahnenden Diskussionen in geselliger Runde auf bewährte Dinge wie Party-Pumpernickel und Leitungswasser zurück zu besinnen. Dies würde die Gesprächskultur in Deutschland nachhaltig verbessern, außerdem schmecke Pumpernickel entgegen der landläufigen Meinung hervorragend und rege den Stoffwechsel angenehm an. Des Weiteren prüfe der Ermittlungsausschuss derzeit, inwieweit der Band „Nickelback“ mithilfe der Genfer Konventionen das Veröffentlichen von Langspielplatten außerhalb Kanadas verboten werden könne. Deutschen „Nickelback“-Fans bliebe dann zwar nur noch die Möglichkeit des Imports, aber das würden die beiden wohl noch schaffen, so der Sprecher weiter.

Auch ein Prominenter Befürworter dieser Maßnahme steht parat: Finanzminister Wolfgang Schäuble prangerte an, die Jugend solle sich lieber wieder auf richtigen Rock ‚n‘ Roll besinnen. Schließlich käme auch er nur bei ehrlichen Rockern wie Deep Purple oder Led Zeppelin so richtig in Fahrt. Überdies könne er das Spirituosen-Sortiment von Edeka empfehlen, das wäre „relativ günstig und vor jeder CDU-Ratssitzung ein echter Hit“, so Schäuble auf seiner Facebook-Fanseite. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle ließ bereits verlauten, ihm würde dies gefallen.

Hören Sie dazu nun einen Kommentar unserer estnischen Putzhilfe:
„Mul on väga hea meel olla televisioonis. Teiselt puuetega inimeste WC-s ei ole WC-paberit ei ole enam. Tere, emme! Üks, kaks, kolm, näkileib.“

Nachdenkliche Worte in einer Zeit, die viele Menschen unsicher werden lässt. Lesen Sie zusätzlich auch unser großes Online-Spezial auf www.irgendwasmitnachrichten.de: „Rockmusik und Schnaps – was die 68er unserer Jugend voraus hatten (und was nicht, Stichwort putzige Katzenvideos auf YouTube)“. Das Wetter fällt heute aus, die Sonne hat keinen Bock.

Guten Abend.