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Festgestellt

Wie man vielleicht weiß, fahre ich derzeit viel herum, um meine tollen Texte auf Poetry Slams und Lesebühnen vorzulesen und Bier zu trinken. Dabei komme ich ein bisschen in Deutschland herum. Das macht Spaß. Das bildet. Das wächst. Und davon berichte ich hier äußert selten bis gar nicht, anders als etwa Jay Nightwind oder Matthias „Maschi“ Marschalt. Doch gestern, da fuhr ich nach Koblenz und auf dem Weg in diese gar nicht unschöne Stadt fuhr ich an einem Örtchen vorbei, welches den folgenden Namen trägt: Andernach. Andernach am Rhein. Da war doch mal was. Richtig, da war mal was. Nämlich 1920 – die Älteren werden sich vielleicht erinnern. In diesem Jahr kam dort Charles Bukowski zur Welt. Und wer sich jetzt am Kopf kratzt und denkt „Hä, werissndas“, der möge bitte von hier verschwinden, um seine Wissenslücke in einer beliebigen Buchhandlung dieser Welt zu schließen.

Alle anderen werden ahnen, dass ich heute, auf der Rückfahrt, in Andernach am Rhein Halt gemacht habe, um mir das Geburtshaus vom guten, alten Buk in der Aktienstraße anzusehen. Zunächst einmal: die Gegend ist sehr schön. Kleinstädtisch, putzig und harmlos. Frieden liegt in der Luft. Gut, dass Bukowski von dort weggezogen ist. Denn sonst hätte er nie von dem ganzen Unsinn, Dreck und Scheiß erfahren, von dem er dann so großartig schrieb. Aber zurück zu seinem Geburtshaus. Im Erdgeschoss ist irgendein Antiquitätenladen, durch die Fenster konnte ich jedoch nur Karnevalsunsinn erspähen und der Laden hatte geschlossen. Sei es drum. Und an der Hauswand hängt eine Gedenktafel mit Bukowski-Büste, mit Blick nach links. Der eigentliche Skandal ist nun, dass Charles Bukowski auf eine Borussia Mönchengladbach-Fahne blickt. Bitte was?! Wollt ihr mich eigentlich alle verarschen?! Ja, wollt ihr. Und hier der bildliche Beweis:

Man kann es aber auch ganz gut auf dem Wikipedia-Foto erkennen. Aber folgender Hinweis sei noch gestattet: der Stromkasten vorne rechts, der sieht jetzt ein bisschen anders aus. Dort klebt nämlich nun ein KFC Uerdingen-Aufkleber. Wer auch immer ihn dort hingeklebt hat: danke. Und wer 1920 auch immer den kleinen Bukowski aus seiner Vagina gepresst hat: ebenfalls danke.