Die Feuer-Wehr « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog.

Die Feuer-Wehr

Na nü, na na.

Der Feuerwehrskörper verlässt rasch den nun falschen Ort.
Und die Sirene heult einsam ihr einziges Lied:

Na nü, na na.

Man fährt dahin, wo es jetzt richtig
und Anwesenheit wichtig ist.
Fährt dahin, wo vielleicht eine Eva Feuer fängt
oder ein Horst lichterloh brennt.
Fährt Kurven, aber nicht im Kreis;
überholt legal aufgemotzte Kirmeskarren,
und die Besatzung ist rot,
aber nicht von der Antifa;
will dennoch Leben retten,
ist aber kein Rettungsschwimmer,
vor allem keiner in einer viel zu engen,
eiereinkneifenden Unterhose an
einem viel zu dicht besiedelten Szene-Strand
im Süden, da unten,
wo die Sonne viel häufiger das tut,
was den Feuerwehrmännern mit ihren
weder praktischen, noch ansehnlichen
Unnützhüten täglich Nervenkitzel
und Beschäftigung bringt:
brennen.

Viel, viel, viel, viel.
Brennen, brennen, brennen, brennen.
Na na, na na, nü nü, nü nü.

Ein Wohnbungalow.
In Flammen.
Inmitten der Nacht.
Mitten in der Nacht.
Am so nicht genannten Mittag der Nacht.
Nachts halt.
Und die Sonne ist weg, macht Urlaub
im Süden wahrscheinlich, wie so viele
andere es ihr erfolgreich vorgemacht haben,
und die Sonne macht es einfach nach,
oller Nachmacher;
doofer, unkreativer Lampenplanet,
vor dem Populären machst
auch du nicht Halt, scheiß Mitläufersonne.
Komm her, schau lustig, was sich hier so tut:

Nacht, Nacht, Nacht, Nacht.
Feuer, Feuer, Feuer, Feuer, verdammt!
Verdammt, Feuer!

Holz und Spiritus
ist die Gesellschaft
von Streichholzschachteln
nicht geheuer.
Und nie gewesen.
Man gibt an, Todfeind zu sein.
Mit dem Tod von Mensch und Tier
als Folgeerscheinung, wenn
das Erscheinen der Feuerwehrleute
wie heute gestört wird durch
Großstadtrabatz und die Kindermeute,
die Rollhockey auf der Spielstraße spielt.
Nachts um vier Uhr.
Das geht hier in Berlin.
Aber auch wieder weg?
Wo bleibt die Erlösung,
wo bleibt der Bernhardiner mit Schnaps?

Wo erklingt es?
Na nü, na na.
Wo singt es?
Na nü, na na.
Wo ist es, das tolle Auto mit der Glücksmelodie
und dem Rettungsschlauch?

Es verspätet sich.
Es lässt warten und braten.
In der Hitze.
Mit Rauch auch.
Menschen hängen verzweifelt in ihren Fenstern,
so wie sie es auch am Tage auch gerne tun.
Mit dem Unterschied, dass dann nicht ihr
Mobiliar von Feuer gefressen wird.
Es braucht also Mitleid für diejenigen,
die selbiges nie empfinden. Aber:
Der Mond ist hilflos.
Der Mann im Mond ist anderweitig beschäftigt.
Und Gott zuckt mit den Schultern und sagt:
„Naturgewalten. Da habe ich keinen Einfluss, tja,
benötige selbst dafür den Passierschein 38A“.

Hm.

Der Allmächtige gibt auf.
Flüchtet sich im Humor.
Gesteht seine eigene Machtlosigkeit ein.
Eigentor?
Fragezeichen.
Nein!
Ausrufezeichen.

Denn die Hilfe kommt, ist schon recht nah,
in der Ferne klingt und singt es, hurra!:

Na nü. Na nü. Na na.