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Meine neue politische Einstellung

Es wurmte mich zwar etwas, dass ich bei der antiunsympatischen Partei „Die LINKE“ Mitgliedsbeiträge zahlen und Kontonummer angeben musste, aber dennoch bin ich sehr zufrieden mit dieser Vereinigung. Zwei Daumen hoch! Sie ist nicht bloß ein Mittel zum Zweck, sondern ein zweckmäßiges Mittel gegen die ungezählten Ungerechtigkeiten in unserem Land. Moment: ungezählte Ungerechtigkeiten? Mitnichten. Die LINKE bietet mir gezählte Ungerechtigkeiten! Wie ein paar meiner Genossen nämlich herausgefunden haben, sind es exakt drei. Wir von den LINKEN erheben unsere Stimme, damit nicht nur die Probleme, sondern auch deren Tage gezählt sind! Es muss Schluss sein mit dem Hin und Her, dem Hü und Hott, dem fauligen Atem des Kapitalismus. Die LINKE ist die laktosefreie Zahnpasta im Politikgeschäft! Aronal und Elmex in einem; zu jeder Tageszeit genießbar und wirksam! Doch bevor ich weiter abschweife, komme ich nun zu den drei bereits erwähnten Problemen. Der Übersicht wegen zähle ich sie in einer zufälligen und gleichberechtigten Reihenfolge im Folgenden auf:

Problem 1: Nazis, Neonazis und Nationalsozialisten!
An jeder Straßenecke lauern die braunen, glatzigen Breitschulterfrösche und spucken uns in die Suppe. Natürlich kann die LINKE derartige Laienköche nicht gebrauchen. Zwar sind wir grundsätzlich der Meinung, dass alle Menschen gleich sind, aber – und da bedienen wir uns ausnahmsweise auch bei der ein oder anderen Diktatur – Ausnahmen sind durchaus ab und an mal drin. Daher marschieren wir regelmäßig zu NPD-Aufmärschen und zeigen, dass wir lauter, sogar richtiger sind und meistens haben wir auch Argumente im Gepäck. Und Steine. Schnell habe ich bei den LINKEN gelernt, dass Steine kein Ausdruck von Gewalt, sondern von Ahnung sind. Wir sind David und die Springerstiefeltransporteure sind Goliath. Niemand wird bestreiten, dass David in seiner Zeit etwas Gutes tat. Mehr noch: er tat etwas sehr Seltenes; nämlich das Richtige. David ist demnach völlig zurecht unser Vorbild; nicht nur, weil er Jude war.

Problem 2: Weltverschlechterer!
Dieselben Straßenecken, andere Idioten. Da gibt es doch tatsächlich welche, die meinen, sie könnten mit zahlreichen Kleinstaktionen etwas Positives zur Gesellschaft beitragen. An Weihnachten zwei Euro in die Sparbüchse beim Massenbäcker für Afrika, Facebook-Boykott aus Datenschutzgründen und einmal in der Woche Verzicht auf Fleischprodukte. Die LINKE weiß: vollkommener und endgültiger Unsinn. Wenn man nur an ganz bestimmten Tagen etwas tut, ist man ein Tropfen auf den glühend heißen Stein. Wieso also ein Tröpfchen sein, wenn stattdessen auch ein Wasserfall sein kann? Die LINKE tut jeden Tag Gutes und so auch ich, damit fahre ich derzeit ziemlich gut. Wobei „fahren“ hier das falsche Wort ist, schließlich laufe ich. Wir von den LINKEN bewegen schließlich selbst schon genug, sind also Beweger, wodurch ein Fortbewegungsmittel zu nutzlosem Beiwerk degradiert wird. Wir sind die Schnellsten, kommen auch ohne Auto, Flugzeug und Zeppelin zum Ziel!

Problem 3: Hartz IV!
Erneut finden wir das Problem an Straßenecken, jedoch steht es nicht, sondern liegt herum. Zahlreiche Arbeitslose haben die Suche nach Beschäftigung längst aufgegeben. Das wenige Geld, das monatlich auf ihr Sparbuch fließt, tragen sie in Billigsupermärkte, investieren es in Schnaps, Zigaretten und über die Mehrwertsteuer in eine Wirtschaft, die keine Verwendung für diese Gestalten findet. Sicher, Arbeitslose stinken mitunter gewaltig, eine Frisur haben nur die Allerwenigsten. Doch gerade diese Leute sind es, die von der LINKEN gestützt werden! Wir nutzen diese Außenseiter nicht als Steigbügelhalter, sondern greifen ihnen freundlich unter die schwitzenden Arme. Mit Vollbeschäftigungen, Mindestlöhnen und kostenlosen Alkohol-Gutscheinen. Also weg mit Hartz IV, her mit flächendeckender Gerechtigkeit. Arbeit für alle, Reichtum für alle, Doppelkorn für alle, Mallorca für alle, vierlagiges Charmin-Klopapier für alle! Wir lassen keinen zurück, auch nicht Behinderte. Wir sind die Fremden, denen ihr blind folgen könnt.

So viel und doch so wenig über die Kernprobleme unserer Zeit. Der Weg hin zur Kernproblemschmelze ist ein weiter. Aber wir werden explodieren im besten und friedlichen Wortsinne. Wir ballern uns mit Wasserpistolen und Steinschleudern in jedes Parlament. Und jeder, der uns dabei nicht daumenhebend unterstützt, ist ein Nazi. Undoder bei der FDP.


1 Antwort auf “Meine neue politische Einstellung”


  1. 1 Armin 12. April 2011 um 23:04 Uhr

    Super Blog, gefaellt mir.

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