Suppe schmeckt auch mit Haaren « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog.

Suppe schmeckt auch mit Haaren

(Der nachfolgende Text ist für alle missionarischen Vegetarier, welche allwochenendlich versuchen, Fleischfresser in ihr Bioholzboot zu holen. Fühlt euch bitte nicht an den Kopf gestoßen, sondern in den Po getreten. Ich finde Fleisch dufte, ihr findet Fleisch undufte; dabei sollte es belassen werden. Ich tendiere zu Frieden! Aber zuvor:)

Angebrannter Speck macht sich gewisse Eigenschaften der Luft zunutze und säuselt kitzelnd in meine Nase. Speck, der anbrennen darf; das ist mir nicht bis wenig, vielleicht sogar gar nicht oder wahrscheinlich sogar verdammt nochmal in keiner Weise sympathisch. Wer tötet da – bewusst oder unbewusst – ein totes Tier? Doppelmord! Ich plädiere auf schuldig. Das Leben eines rosa glänzenden Schweinchens zu töten ist die eine Seite, das Herumtrampeln auf der weiterhin lebendigen Seele des sich einst so quiekend im Matsch kuschelnden Schweinerückens die andere Seite der zweifelhaften Medaille! Unsichtbar baumelt sie den Fleischfressern auf dem Würstchenwanst herum. Aber Mord kann man riechen! Wir Weltretter ahnen derartige Vergehen nicht bloß, wir stellen fleischfaschistische Fakten fest und reagieren dementsprechend. Unsere Berufung sieht hierfür die Missionarsstellung vor. Die biologisch abbaubare Moralkeule muss den Mördern mit Karacho in den Arsch gerammt werden! Dem Einlauf folgt im Bestfall die Einsicht. Kritiker werfen uns Tierschmusern ja gerne vor, dass es doch viel schlimmere Probleme auf der Welt gäbe als Massentierhaltung und Huhnkopfabschlagerei. Ja, andere Missstände mag es zwar durchaus hier und da in manchen kurios klingenden Ländern geben, aber jetzt kommt das große ‚aber‘: ABER die Protestmenschen in Libyen sterben nur und werden danach eben nicht gegessen. Ein kleiner, feiner Unterschied. Deswegen müssen erstmal die Tiere gerettet werden, die Zweibeiner können sich hinten anstellen. Außerdem sind die Damen und Herren von der Kommune gegenüber für Menschenrechte, Sponti-Demos und bedürftige Schwarzmänner zuständig. Denen möchte ich ungern in die Suppe pinkeln.

Nur ein reines Herz schlägt gesund. Obst ist unser Gemüse und Freiheit vom Fleisch ist Freiheit vom massenmediengesteuerten Konsum, Freiheit vom Tiereaua, Freiheit von ungeilen Fettschwadern an Oberschenkel und Bauch. Jeder Biss in einen Hamburger muss ein Gewissensbiss sein! Fett sein hat schwere Folgen für die eigene Gesundheit und die der unfreiwillig sterbenden Tiere. Jeder, der einmal auf einem Bauernhof gewesen ist, wird bestätigen können, dass die Lebensqualität eines Kälbchens bei der Schlachtung rapide sinkt. Fleischverzicht aus Leidenschaft, weil Mettwurst kneten Leiden schafft! Tierabfälle gehören nicht kleingehäckselt in Menschenmagen, sondern ans Tier, bis Onkel Tod sein Zepter schwingt. Gerne wird Kasslerkonsum damit legitimiert, dass es einfach lecker schmeckt. Diese Menschen haben wohl noch nie gebackenes Rosinen-Lauch mit einer Priese Meersalz, köstlich abgerundet mit einem Glas Ziegenmilch, verzehrt. Ein gutes Gericht schmeichelt dem Gaumen auch ohne Fischstäbchenfische und Currywurstkühe. Das wusste schon Jesus, sonst hätte er Wasser in Wurstwasser verwandelt und seine rund zwölf Gäste beim letzten Abendmahl mit Gänsegulasch oder einer Grillparty überrascht. Hat er aber nicht. Es gab Wein und Brot. Das sollte unseren Verstand zum Arbeiten anregen.

Aber wo kommt nun der Speckgeruch her? Liebevoll platziere ich meine Füße in die dafür vorgesehenen Fußmulden meiner Birkenstock-Sandalen und schlendere den Gang herunter zur Haustür 42. Ich klopfe höflich. Die nicht abgeschlossene Tür öffnet sich. Überrascht stelle ich fest, dass mein veganer Kommunenkollege Dirk an der Tür steht.
„Was machst du denn hier? Speck? Spinnst du?“
„Jo, fettes Sorry, bin jetzt zu den politischen Spontis rübergewechselt. Die sehen das mit dem Fleisch hier nicht so eng, aber morgen gehen wir auf die Straße und demonstrieren für mehr soziale Gesetze und so was! Wusstest du beispielsweise, dass 100% aller Hartz 4-Empfänger sterben?!“