Die Dinger heißen Kundendifferenzierungsdreiecke « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog.

Die Dinger heißen Kundendifferenzierungsdreiecke

Und nicht Warentrenner.

Unglücklich versacken hier im Getrommel der kleinen Großstadt. Den Ärger des Morgens verschlafen, den Kopfschmerz-Dunst des Nachmittags schweigend über sich ergehen lassen. Abends dann in der Kneipe ausgedehnte Selbstzweifelei und sich nach neuen Sorgen umschauen. Ein neues Unheil marschiert die Tür hinein, wartet auf der Toilette oder im Portmonee. Irgendwas ist immer und überall und immer ist mir viel zu lange. Meine Woche nur eine Sekunde im lebendigen Giga-Komplex Welt und meine Worte nur ein nutzloses, unlebendiges Zitat vom Tod. Wenn ein Miniliter Regenwasser von der Decke tropft, sitze ich garantiert darunter. Tropfen auf den kalten Schein vom Sein. Keine Haare auf dem Kopf. Ungeschütztes, leeres Hirn. Die gestohlene Trinkgeldbox reicht nur für zwei Bier. Langes, schales Getränk. Die Leute haben zu wenig Geld und ich habe zu viel Durst. Zu wenig, zu viel, ständig von allem etwas und trotzdem nicht richtig. Wie ungegossene Zimmerpflanzen im Büro. Langsam verwesend, verfärbend, sterbend. Am Ende wird man umgetopft, Deckel drauf und Neues ersetzt das Leblose. Die Wahrscheinlichkeit, ausgetauscht zu werden, eine Hürde wie ein ägyptischer Turm. Klettern unmöglich.

Mein Schreibblock bleibt eine ewige Jungfer. Ideen kommen ans Fenster, winken mir zu. Sie wollen aufs Papier, sehnen sich nach Aufmerksamkeit. Ich könnte, sollte, müsste. Stattdessen ertrinke ich im Schwall der Nacht. Als Dirigent ohne Orchester.


3 Antworten auf “Die Dinger heißen Kundendifferenzierungsdreiecke”


  1. 1 Charlotte 25. Januar 2011 um 10:23 Uhr

    Grade gestern haben wir noch über die neue Einheit Minigramm nachgedacht.

  2. 2 puppenherz 25. Januar 2011 um 14:44 Uhr

    Ich dachte immer die heißen NäKuBi (= Nächster Kunde bitte).

  3. 3 Moritz 26. Januar 2011 um 14:31 Uhr

    Das Orchester kommt morgen. Und wenn es nicht morgen kommt, dann übermorgen. Und wenn es übermorgen nicht da ist, dann kommt es ganz sicher schon überübermorgen. Schade nur, dass man heute schon tot ist.

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