Gerissen und von der Steuer abgesetzt « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog.

Gerissen und von der Steuer abgesetzt

Hilfe! Mein Dachstuhl brennt! Jemand muss für mich die Feuerwehr anrufen! Ob ich das nicht selber erledigen könne? Sicher, aber ich bin nicht der Typ, der Probleme gerne selber löst. Gelernt habe ich diese Technik im Internet: wächst mein Bedürfnis nach Hilfe, so tippe ich mein Problem in eine Suchmaschine und irgendwer wird schon die Lösung haben. Schwierig wird es, wenn man Zeuge eines neuen, zumindest online nie dagewesenen Problems wird. Hilfe! Mein Dachstuhl brennt! Einfache Haushaltstipps gibt es da nicht. Halt nur die Feuerwehr. Oder Feuerlöscher, je nach Größe des Feuers. Hm. Ob ich mich anstrengen sollte, ein weiteres Beispiel zu kreieren? Eins mit ganz viel Spektakel und Humor und Idee? Gut, wie wäre es mit folgendem: Hülfe! Meine Schwiegermutter kann mich nicht gut leiden und verwehrt mir den sexuellen Zugang zu ihrer Tochter! Ob das neu ist? Tipptipptipp, mal sehen: ungefähr 109.000 Ergebnisse bei Google. Mist. Und ja, natürlich habe ich mich eines ganz, ganz alten und flachen Witzgerüstes bedient: dem der Schwiegermutter. Haha, ja, Schwiegermütter, lustig, das ist ja immer schwierig mit denen, hahaha, jaja, kenntmanja. Ich hasse Witze zum Sichdrinwiederfinden. Bei Sat1 laufen am Samstagmorgen derartige Comedyshows aus dieser sehr tiefen Humorschublade permanent. Die Pointe kennt man immer schon, bevor sie, gekennzeichnet von Bandlachern, offenbart wird. Schrecklich. Früher mochte ich sowas. Früher trug ich aber auch grüne Hosen aus dem Kaufhof. Ich habe noch irgendwo eine CD von „Supa Richie“-Matze Knop und eine von Mirco Nontschew besitze ich wahrscheinlich sogar fast exklusiv, denn außer mir erinnern sich höchstens sieben und maximal acht Menschen noch an dieses schaurige Werk mit dem Titel „Das Album“. Oh, neues Problem: zu guter Humor. Verdammter Dammbruch, was nun? Ganz klar: Max Goldt, Heino Jaeger und Heinz Strunk. Drei ganz große, kann man bei Unwissenheit ja mal googeln.

Ein bisschen Belehrungsdrang ist immer. Nach Bus- und Bahnfahrten immer besonders. Wenn es nach mir geht, lesenhörenessentrinkenbesprechen Leute immer die falschen Dinge. Es fehlt mir an Gelassenheit, wobei ich voll von Ärger bin. Ich rede mir ein, dass das irgendwie dazugehört, das sich selber besser finden. Aber das möchte ich gar nicht weiter ausführen. Betroffenheitsprosa, getippt von pubertären Fingern, kann ich nämlich auch sehr wenig leiden und wenn ich diesen Text übermorgen oder später nochmal lese, möchte ich mich ungern selbst nicht mehr mögen. Ärgerlich, dieser Text schippert wieder in einen Strudel, den ich nicht aufhalten kann. Morgen schreibe ich lieber wieder eine absurde Kurzgeschichte mit Blödsinn. Blödsinn kann ich. Hat jemand Wortwünsche? Baue gerne irgendein lustiges Wort ein, zum Beispiel Freiluftgebäude oder Organisationstalent.

Übrigens, wenn man erst gar nicht heiratet, hat man gar keine Schwiegermutter. Ein simpler, ganz neuer Tipp! Kostenlos von mir! Für euch! Nehmt ihn euch! Bitte sehr! Macht was draus! Lieben kann man sich ja auch so.


6 Antworten auf “Gerissen und von der Steuer abgesetzt”


  1. 1 Charlotte 05. Januar 2011 um 17:31 Uhr

    Palatalisierungsassimilation bitte! Und hiermit löse ich den Preis für den Malwettbewerb ein. Von meiner Schwester gibts „Gorillakrieg“; beide in eine Geschichte?

  2. 2 Johannes 05. Januar 2011 um 17:33 Uhr

    Möglich!

  3. 3 Charlotte 05. Januar 2011 um 19:23 Uhr

    Juhu!

  4. 4 Bert 05. Januar 2011 um 19:32 Uhr

    Bin eben durch Zufall auf den Blog gekommen. Gefaellt mir bis jetzt sehr.

  5. 5 Katharina 05. Januar 2011 um 21:53 Uhr

    Habe ich wirklich „Gorillakrieg“ gesagt? Ich dachte eher an das Wort „Kommunkationsguerilla“. Ich bitte um Verzeihung für das Missverständnis, das Wort ist „Kommunikationsguerilla“.

  6. 6 Charlotte 06. Januar 2011 um 10:18 Uhr

    Bibo – wie bist du aus deinem Käfig gekommen?

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