Urknallerbsenstrauch « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog.

Urknallerbsenstrauch

Kastanienmännchen gehören abgeschafft. Pflanzen, die mehr als einmal täglich Wasser benötigen, müssen verboten werden. Ich bin für die Abschaffung von Peniseinführungsgebühren. Und weil ich das alles derzeit noch exklusiv denke, werde ich spätestens in meinem nächsten Leben werde Politiker auf ganz, ganz hoher Ebene. Bundestag reicht mir nicht. Europaparlament ist zwar nett und fein und groß und bestimmt auch für irgendwas wichtig (Europa?), aber wenn man wirklich mal auf den Mahagonitisch hauen will, muss man ins weiße Haus. Aus den amerikanischen Nachmittagssendungen habe ich gelernt: Amerikaner sind nicht so schlau wie, zum Beispiel, finnische Kinder. Deswegen ist es in den USA auch so einfach, Präsident zu werden. Forderungen werden dort jubelnd durchgewunken, sobald man sie mit zwei bis drei Kilo Pathos serviert -…Amerika braucht jetzt ein Kastanienmännchenverbot, damit die Welt in Frieden leben kann! Wir Amerikaner sind stolz auf unser Vaterland und auf unsere glorreiche Geschichte und I have a dream und der Irak kann nur demokratisiert werden, wenn Kastanien nicht länger von Streichhölzern und ach so kreativen Kinderhänden penetriert werden. Time for change! Wählt mich! – So oder so ähnlich. Nur eben auf Englisch. Die Menschen in Amerika sprechen nämlich gar kein Deutsch. (In der Schule aufpassen lohnt sich manchmal eben doch, denn hätte ich dieses Faktum nicht parat, wäre das ganz schön peinlich für mich; so ganz viele Zuhörer und alle gucken nur unverstehend herum, man stelle sich das nur mal vor!) Auf der Englischübersetzungenfachmannseite „leo.org“ diskutiert man derzeit darüber, wie man „Kastanienmännchen“ vernünftig übersetzt. Aktuell im Rennen: „Chestnut man“, „Chestnut manikin“ und „conker man“. Letzteres soll allerdings „British English“ sein, kommt also nicht für meine amerikanische Wahlkampfrede in Frage. Außerdem erhält man das hier, wenn man danach googelt.

Hodentorsion sollte übrigens auch abgeschafft werden. Sieht einfach nicht ästhetisch aus. Aber auch darum kümmere ich mich, wenn es soweit ist. Oma meint, zu weit im Voraus planen ist verkehrt. Aber ich glaube es war Goethe, der mal gesagt hat, dass man nicht auf morgen verschieben solle, was man auch heute tun könnte. Ich wäge nun also ein bisschen zwischen Oma und Goethe ab. Kann danach ja entscheiden, ob ich lieber morgen oder heute Präsident der USA sein möchte. Vielleicht mache ich das aber auch davon abhängig, auf welche Übersetzung sich die „Leos“ nun einigen. Bin für „Chesnut manikin“. Übrigens, lang lebe Vic Chesnutt.