Lalala ist das neue Lalelu « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog.

Lalala ist das neue Lalelu

Jazz, Jazz, Jazz, yeah; Jazz finde ich grundsätzlich ganz gut. Gestern Abend war Jazz. Heute aber ist Alltag in E-Mol. Für die leeren Bierflaschen benötige ich vier große REWE-Tüten. Da sich in vielen Flaschen noch ein ungetrunkener Halbschluck befindet, sammelt sich an den Tütenböden eine cremige Suppe aus Restgebräu und Speichel. Ich würde mir sofort einen Chemiebaukasten kaufen, wenn dieser mir speichelanalytisch dabei helfen würde, die Nichtaustrinker des billigen Krefelder Bieres ausfindig zu machen. Der Baukastenriese „Kosmos“ könnte diese Marktlücke füllen und endlich eine Experimentebox für Erwachsene auf den pulsierenden Chemiebaukastenmarkt bringen. Darin enthalten: ein Promilletester, basierend auf Alufolie und Schwefel. (Wie das genau funktionieren könnte, weiß ich nicht, ich habe Chemie nach der neunten Klasse abgewählt.) Auch dabei: eine Backanleitung für Dinkelplätzchen, die im weiblichen Körper für eine Schwangerschaft sorgen. Und mein Speicheltest für Restgebräu jeder Art, der wäre natürlich auch im Chemiebaukasten für Erwachsene dabei, klar. Selbst wenn man Dinkel unlecker findet oder nur austrinkende Freunde hat, ich bin mir sicher, dass ich hier gerade eine Marktlücke aufgespalten habe. „Kosmos“ würde, höhö, astronomisch viel Geld damit verdienen und auch das Image des Chemiebaukastens wäre endgültig gerettet. Denn jeder weiß, dass nur Arschlocheltern ihren Kindern das „große Kosmos-Chemielabor „zumuten. Damit der Kleine nicht dauernd Super RTL guckt, sondern auch mal was Lehrreiches macht, jaja; auf geht’s, Jugend-Forscht-Gewinner von 1973, rettet die Kinderspielzeugwelt! Aber es ist nun mal so, dass Pipetten, Siedestäbe und Messbecher für Neunjährige so interessant sind wie Bausparverträge. Und Neunjährige, die das anders sehen, gucken meiner Ansicht nach viel zu wenig Super RTL.

Herrje, jetzt bin ich sehr weit von der eigentlichen Geschichte weggedriftet. Die Älteren werden sich erinnern: ursprünglich ging es in diesem Text mal darum, wie ich Pfandflaschen wegbringen wollte. Und es dann auch tat, so wie es eine alte Marotte von mir ist, Dinge, die ich begonnen habe, auch zu Ende zu führen. Jeder hat eben so seine Macken; manch einer lutscht Zuckerwürfel, ich mache Sachen zu Ende. Und so schlenderte ich mit vier großen REWE-Tüten in zwei Armen die Straße herunter und bemühte mich, in Jogginghose und dreckigem T-Shirt nicht allzu sehr auszusehen wie jemand, der aussieht wie einer, der regelmäßig in Jogginghose und dreckigem T-Shirt vier große REWE-Tüten voll mit leerem Bier wegbringt, was sehr schwierig ist, wenn man Jogginghose, dreckiges T-Shirt und vier große REWE-Tüten voll mit leerem Bier trägt. (Satz des Jahres.) Ich tauschte die Flaschen gegen einen Zettel ein, den ich dann an der Kasse bei REWE-Fachkraft Günther gegen Geld weitervertauschen konnte, welches dann in dickmachendes Essen investiert worden ist. Ich fühlte mich ein wenig wie Hans im Glück. Und das Glück, ich schien ihm ein guter Wirt gewesen zu sein: auf dem Rückweg fand ich eine kleine Pappschachtel, mit zwei Zigaretten und einem Feuerzeug in sich. So ein witziger Zufall, exakt so eine hatte ich auf dem Hinweg verloren. So konnte ich mich zu Hause entspannt und beglückt der Couch hingeben, wo ich nun immer noch liege. Ein bisschen Musik wäre jetzt fein. Jazz! Jazz, yeah; Jazz finde ich grundsätzlich ganz gut.