Der Fisch fängt im Meer an zu stinken « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog.

Der Fisch fängt im Meer an zu stinken

Ich werde mich erst dann endgültig erwachsen fühlen, wenn ich für einen bestimmten Zeitraum – sagen wir zwei, vier oder hundert Monate – nicht zwecks Alterskontrolle meinen Personalausweis vorzeigen musste. Rauchen lässt die Haut altern, zusätzlich rasiere ich mich nur in willkürlich und verrückt verteilten Intervallen. Eigentlich müssten mich Supermarktkassiererinnen, zufällig Angerempelte und Grundschüler bei jeder Gelegenheit siezen. Tun sie aber nicht. Möglicherweise liegt es an meiner geringen Körpergröße, ich bin nur etwa 5,74147 Fuß groß. Gern erkläre ich diesen Umstand so: ich bin ein tierisch fauler Mensch, der es mag, wenn die Stunden nicht nur im Schlaf liegend vorbeiziehen. Daher ist es nur logisch, dass Gott (Anmerkung für Nihilisten und Atheisten: an dieser Stelle darf geschmunzelt werden.) mir auch einen faulen Körper geschenkt hat. Mein Körper hat sich nicht mehr gestreckt, als er muss. Man kann auch mit 175 Zentimetern über den Dingen stehen und im Buchhandel die Bücher der Autoren mit A-D als Anfangsbuchstaben greifen. Heute sah ich viele Menschen, die kleiner waren als ich und auch welche, die größer waren als ich. Das geht wahrscheinlich vielen so, aber ich führe mir dies zur Beruhigung immer wieder vor Augen. Es geht nicht allen Personen so, man denke nur an die Persönchen in Liliput aus „Gullivers Reisen“. Oder an die Schlümpfe. Oder an Peter Maffay. Oder an Kim Jong-Il; aber an den soll man eigentlich nicht so viel denken, weil er der böseste Mensch der Welt ist, vielleicht. Soll er doch von mir aus sein, Dieter Bohlen kann eben auch nicht jeden Preis bekommen.

Das Lebensziel ist, das lustigste Buch der deutschsprachigen Welt zu schreiben. Ich habe die Bücher von Otto Waalkes und Loriot gelesen, von Heinz Strunk und auch von Helge Schneider, Max Goldt und Johann Wolfgang von Goethe. (Tommy Jaud zähle ich nicht, weil ich nichts lese, was meine Tante witzig findet – aber seine Fernsehproduktionen „LiebesLeben“ und „Zwei Weihnachtsmänner“ kann ich jedem ernsthaft empfehlen.) Gewiss, die waren alle relativ zwergfellgefällig (herrliche Wortneuschöpfung, null Googletreffer, Heureka!), aber heute erwarb ich aus reinem Aktivismus das Buch vom okayen Olaf Schubert: „Wie ich die Welt retten würde, wenn ich Zeit dafür hätte“. Nicht, dass ich die Welt retten wollen würde, dazu habe ich gar keine Lust und mein absatzeinleitendes Lebensziel ist ja schon schwierig genug. Aber die ersten 25 Seiten des Buches waren dermaßen lustig, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben im Bus nicht über Fahrgäste lachen musste. Hinweis an alle Freizeitbiographen: kauft euch das Schubert-Buch und dann wisst ihr, wie mein Humor ist. Kauft es euch vielleicht auch einfach so. Und falls Olaf Schubert diese Zeilen hier liest: Olaf, du schuldest mir für diese Lobhudelei noch fünf Euro. Und vielen Dank für das Höherlegen der Latte wegen des witzigsten Buch der deutschsprachigen Welt. Vielleicht klaue ich ja einfach von Schubert, Strunk und Schiller für das witzigste Buch der Welt zusammen – und werde der (oder sagt man hier „die“? Vielleicht liest Bastian Sick ja auch mit.) männliche Helene Hegemann.

Aber Eile, Eile, bald bin ich nicht mehr 18 Jahre alt und dann wird das nichts mehr. Schubert, Sick, Hegemann, Maffay, Gott, Gulliver: bitte alle mal bei mir melden. Sonst werde ich eben Steuerberater, Dachdecker und Tagedieb und das wollt ihr nicht.


10 Antworten auf “Der Fisch fängt im Meer an zu stinken”


  1. 1 Moritz 21. Juli 2010 um 22:59 Uhr

    Stehst du auch kurz vorm 19er? Erschreckend, wie schnell das geht… und danach kommt dann die 20. Und dann ist man tot. Bitter.

  2. 2 Johannes 21. Juli 2010 um 23:11 Uhr

    Kurz davor ist übertrieben, aber mein 19. ist zwischen morgen und Silvester.

  3. 3 Marvin 21. Juli 2010 um 23:36 Uhr

    Haha! Ich glaubs nicht, ich hab mir genau das gleiche Buch heute auch gekauft!! Allerdings für 10 Euro *grrmmlll*

  4. 4 Sie. 21. Juli 2010 um 23:43 Uhr

    @Moritz: Dankeschön, ich stehe kurz (mein „kurz“ ist kürzer als Johanneseseses „kurz“)vor dem 20sten und ich bin fürs Totsein noch nicht bereit.

    @Johannes: Ich blicke mit meinen 1,72 zu dir auf und danke für die Buchempfehlung. ;)

  5. 5 Charlotte 22. Juli 2010 um 0:40 Uhr

    Ich würde sagen, man sagt „die männliche Helene Hegemann“, weil du dich ja direkt auf sie beziehst. Rein grammatisch wäre ich der Meinung. Aber semantisch versteht man es auch mit „der“, zumal es – wenn sich jemand Gedanken darüber macht – auch lustiger ist, sich eine männliche Sie bzw. eineN männlichen Sie vorzustellen.

  6. 6 Johannes 22. Juli 2010 um 2:22 Uhr

    @Marvin:
    So viel habe ich doch auch bezahlt?

    @Sie:
    Grüße von hier oben! Haha, bist du alt!

    @Charlotte:
    Danke, Frau Sick!

  7. 7 Marvin 22. Juli 2010 um 18:39 Uhr

    Achso, dann habe ich „Olaf, du schuldest mir für diese Lobhudelei noch fünf Euro“ falsch verstanden.

  8. 8 Johannes 22. Juli 2010 um 18:42 Uhr

    Jep.

  9. 9 coolerhecht 22. Juli 2010 um 22:13 Uhr

    :~D hab mir mal das hörbuch geladen… jap, wollt ich dir nur mal sagen. in liebe… dein peter von giga.

  10. 10 Tomas Andersson 16. Oktober 2010 um 14:28 Uhr

    Interessant, hast Du dazu einen Link, den ich mir anschauen könnte?

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