Daily Mail vom 17. Januar 1967 « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog.

Daily Mail vom 17. Januar 1967

Ich entwirre gerade ein Wollknäul. Nein, das ist gelogen, aber „Knäul“ ist einfach ein viel zu schönes Wort, um es hier unverwendet zu lassen. Um ehrlich zu sein, habe ich in den letzten zehn Minuten geschätzt fünf Probehefte bestellt, von der „jungen Welt“ sogar ein dreiwöchiges, kostenloses Probeabo. Ich fahre nicht selten eine Dreiviertelstunde Bus am Tag und wenn die Verlage so nett sind, mir für lau irgendwas zum Lesen zu schicken, dann sag ich nicht nein, sondern ja. Man muss aber aufpassen, manchmal hat man dann noch ein ungewolltes Abonnement an der Backe. Aber ich habe aufgepasst. Zum Glück haben meine Kostenloshefte alle einen anderen Verlag; ich käme mir ganz schön blöd vor, wenn ich wüsste, dass da eine Praktikantin sitzt und „Sieh mal einer an, der Herr F. schon wieder, bestimmt ein arbeitsloser Vollhonk!“ sagt, denn ich bin kein Vollhonk.

Wenn ich ein Heft fertig gelesen habe, schmeiße ich es natürlich nicht sofort weg. In meinem Zimmer hängen in jeder Ecke fantastisch-viele Zeitungsschnipsel, wahnwitzige Überschriften und phänomenal-geile Bilder. Auf meinem Plattenspieler steht (wie einfallsreich) „Ich will Musik“ (Intro), an meiner Tür hängt „Guido Westerwelle: Unbeliebtester Deutscher“ (Spiegel) und über meinem Schrank wohnt die taz-Seite, die auch über diesem Beitrag hier hängt. Und die rauchenden Franzosen, die kennt ihr ja schon.