Nicht uncool drum betteln, oder: warum Pinguine nicht fliegen können « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog.

Nicht uncool drum betteln, oder: warum Pinguine nicht fliegen können

In Neuseeland gibt es ein mittelgroße Gruppe von Menschen, die für ihr Leben gern Pinguinschnitzel verspeisen. Eine ziemlich knifflige Angelegenheit, denn Pinguine wandern selten nach Neuseeland aus; daher wird dort in jedem Monat durch ein aufwendiges Verfahren (Schnick-Schnack-Schnuck ohne Brunnen, bis drei) jemand ausgelost, der zum Südpol reisen und Pinguine jagen muss. Die Neuseeländer pflegen diese Tradition schon seit tausenden von Jahren, daher verfügen sie inzwischen über die nötige Erfahrung, die die Einreise der Pinguine zumeist garantiert. Es gab bereits Monate, in denen sie komplett auf Pinguinfleisch verzichten mussten – im erfolglosen Juni 1957 beispielsweise starben in der neuseeländischen Stadt Dunedin rund fünf Prozent der Einwohner an Hunger. Normal sind vier. Glücklicherweise spielt ihnen heutzutage die industrielle Entwicklung in die Karten, denn wie man sich denken kann, ist es inzwischen deutlich einfacher, den Südpol zu erreichen und die Pinguine fristgerecht zu liefern. Früher schnitt man den Magen der Pinguine auf, um dort zwei Pfund Salz hineingießen zu können, wodurch das Pinguinfleisch über die tagelange Reise hinweg frisch gehalten werden sollte. Heute kann man auf diese Maßnahme verzichten, ein guter, neuseeländischer Jäger schafft es innerhalb von sieben Tagen zum Südpol und zurück.

Leider gab es in den letzten Monaten immer mehr Leute, die dieses wirklich schöne Ritual zu stören versuchten. Tierschützer, Antifa-Männlein und Touristen. Diese Menschen haben nicht verstanden, dass der Neuseeländer zu seinem Lebensglück ab und an ein Stück Pinguin essen muss. Für die Pinguine zwar ein wenig suboptimal, aber so ist nun mal das Leben, Leute. Eingangs habe ich ja bereits das Auslosungsverfahren der Neuseeländer angesprochen, mit dem ermittelt wird, wer zum Südpol reisen muss. Witzigerweise haben die Pinguine auch ein solches Ritual: die hundert Pinguine mit den größen Genitalen messen sich in einem Wettrennen und die fünfzig Langsamsten müssen nach Neuseeland. Wir Menschen sagen ja immer, die Größe eines Penis sei wichtig und so ist es eben auch in der Tierwelt. Nur dass hier große Penisse nicht von Vorteil sind. Diese Wettrennen sind immer ein ziemliches Ereignis am Südpol, was vor einigen Jahren auch der Discovery Channel herausgefunden hat: er hat sich die Vermarktungsrechte an den Rennen gesichert und überträgt jeden Monat live. Die Rennen werden zeitlich so gelegt, dass sie in Neuseeland zur besten Sendezeit ausgestrahlt werden können. So können die Leute dort quasi live mitverfolgen, welche Tiere sie eine gute Woche später essen dürfen.

Verrückt. Fast so, als hätte ich mir das alles nur ausgedacht.


3 Antworten auf “Nicht uncool drum betteln, oder: warum Pinguine nicht fliegen können”


  1. 1 Moritz 02. Mai 2010 um 21:35 Uhr

    Einst war es kalt, im schönen Wien,
    Weil niemals dort die Sonne schien,
    Deshalb dachte ein Pinguin,
    Da ist es toll, wie in Berlin.

    Und weil er es so mochte,
    Da es dort selten kochte,
    Begann er gleich zu packen,
    Und ausführlich zu kacken.

    Als er dann ein Wiener war,
    Sah er eine Vogelschar,
    Die Vögel flogen kreuz und quer,
    Ziellos, wie ein Staubsauger.

    Und während er so guckte,
    Und hin und wieder spuckte,
    Begann er sich zu fragen,
    Wieso er selbst nicht in der Lage war, anmutig durch die Lüfte zu gleiten, obwohl sein Körperbau sich doch kaum von dem der Vögel unterschied. Zudem war er viel schöner, als all diese Mistkerle.

    Die Vögel, ja sie lachten,
    Genossen seine Schmach,
    Ganz offensichtlich dachten,
    Sie überhaupt nicht nach.

    So mobbten sie den Pinguin,
    Und der fiel auf die Nase hin,
    Wo er einfach liegen blieb,
    Wie ein totes Nudelsieb.

    Millionen Jahre später,
    Da fand ein Sanitäter,
    Nachmittags, um zwei in Wien,
    Nen vereisten Pinguin.
    Der auf seiner Nase lag,
    Mit Vogelkacke als Belag.

    Und die Moral von der Geschicht:
    Pinguine fliegen nicht,
    Sind aber trotzdem knorke.

  2. 2 Charlotte 03. Mai 2010 um 0:02 Uhr

    Gut gut gemacht, beides :D.

  3. 3 Jens 04. Mai 2010 um 9:41 Uhr

    Hmm… ich habe auch schon einiges exotisches gegessen, aber Pinguin, ich weiß nicht. Johannes du machst dir heute bestimmt wieder ’ne Tiefkühlpizza, du Banause! Ich schicke dir mal per Express-Lieferung nen rustikalen Eintopf oder Kohlrouladen. Damit ist dein Bedarf für zwei Tage gedeckt. Nicht nur immer saufen, kiffen und so.

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