Sunrise, sunrise; looks like morning in your eyes

In den Ferien soll man Sachen machen, zu denen man während der Schulzeit keine Gelegenheit hat. Okay. Ich blieb also die ganze Nacht wach. Mit ein paar Flaschen Bier, aber nur des Genusses wegen. Ein bisschen Musik nebenher, aber natürlich leise, man will ja niemanden zwingen, ebenfalls bis zum Sonnenaufgang zu warten. Sicher, ich hätte auch während der Schulzeit früher aus dem Bett fallen können, um mir anzugucken, wie sich die Erde um die Sonne dreht. Aber man nimmt solche Momente weniger schön wahr, wenn man weiß, dass anschließend Busfahren, Schulalltag und Entschuldigungen für nicht gemachte Hausaufgaben auf einen warten. Also wartete ich auf meiner Fensterbank. Einmal lief eine schwarze Katze auf der Straße herum. Katzen haben Glück, dass sie nur für Niedlichsein und Schnurren bekannt sind. Andere Tiere haben nicht so ein Glück; Enten zum Beispiel sind nur dann süß, wenn man sie beim Chinsen isst. Ich habe der Katze freundlich gewunken. Hallo, putziger kleiner Freund! Es gibt Katzenmenschen und Hundemenschen, ich favorisiere Katzen. Mehr ist in der letzten Stunde vor Sonnenaufgang nicht passiert. Glücklicherweise hielt mich die Vorfreude wach.

Ach, Sonne! Der Anbruch eines neuen Tages macht melancholisch und romantisch. Menschen haben meistens nur dann ein Lächeln im Gesicht, wenn sie irgendwie mit was Lustigem oder Menschen, die sie gut finden, zu tun haben. Dass nur die Natur für Freude sorgt, ist ziemlich selten. Dementsprechend genoss ich diese Minuten. Als der Tag dann endgültig aktuell wurde, ging ich herunter und machte mir einen Kaffee. Bescheuert eigentlich, denn irgendwann musste ich später ja auch mal schlafen gehen. Ich holte die Tageszeitung hinein, aha, der Zeitungsverteilungsmann war also auch schon da gewesen, ich hatte ihn nicht bemerkt. Oh, wie viel Scheiße gestern wieder in der Welt passiert ist. Ach, was soll’s. Ich ging dennoch mit einem guten Gefühl schlafen. Rolladen herunter, viel zu hell diese verdammte Sonne.

Schade, dass die Zeiten, in denen man in der Schule von seinem schönsten Ferienerlebnis schreiben durfte, vorbei sind. Ich hätte da ja was Feines. Im Gegensatz zu den üblichen „Erlebnissen“ im Robinson Club. Home is, where your sunrise is!

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3 Antworten auf “Sunrise, sunrise; looks like morning in your eyes”


  1. 1 Marvin 02. April 2010 um 20:54 Uhr

    Stammleser, …

    schön geschrieben, …

    lese immer wieder gerne

  2. 2 Konsti 03. April 2010 um 1:11 Uhr

    Immer noch besser als für scheiß Comunio die Nacht durchzumachen..
    Checkse? Na? Naa? :>

  1. 1 Follow Friday für Blogs: Herr Salami | ui. Pingback am 23. April 2010 um 22:20 Uhr

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