I‘m the Skat-Man « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog.

I‘m the Skat-Man

„Lernt erstmal irgendwas, Bildung ist das Wichtigste!“ sagt Jürgen und gönnt sich für diese weise Erkenntnis erstmal einen Schluck Bier. Es ist halb eins am Freitagabend, Jürgen sitzt mit seinen Skatfreunden Gerd und Charly in irgendeiner Kneipe, als Daniel und ich uns zu ihnen setzen. Ich weiß nicht, wie oft sich junge Leute dorthin verirren, aber gestern waren es immerhin zwei. Vielleicht waren wir in diesem Jahr die ersten Gäste ohne Weltkriegserfahrung. „Willy Brandt war der letzte echte Sozialdemokrat!“ sagt Jürgen und genehmigt sich für diese These einen weiteren Schluck Bier. Pils, übrigens. Gerd hingegen trinkt Kölsch. Schmeckt besser, meint er.

Lauter Meinungen, die ich nicht teile!

Ich sage Gerd, dass er aussieht wie Pumuckls „Meister Eder“ und lache. Gerd zeigt keine wirkliche Reaktion, vielleicht hat er das fälschlicherweise als Beleidigung verstanden. Ohnehin ist Gerd sehr wortkarg. Ist er zu betrunken? Oder ist er zu nüchtern, um von zwei gut gelaunten Jugendlichen bei seiner gemütlichen Skatrunde gestört zu werden? War mir gestern egal und ist es jetzt auch noch. Oh, ich muss noch was zu Charly schreiben. Charly hat weiße Haare, viele weiße Haare, außerdem ein witziges Gesicht. Er sah ein bisschen aus wie Fips Asmussen, hat aber keine Witze erzählt. Mein Großvater kennt ihn wohl, Charly muss ein Stadtbekannter sein, er war auch schon mal Karnevalsprinz. Er ist „rückwärts“, meint Opa. So sagte man wohl früher zu „schwul“.

Die meiste Zeit habe ich aber mit Jürgen gesprochen. Jürgen hat irgendwann angefangen, Englisch zu reden, Englisch sei very important, meint er. Er hat diesen spaßigen Akzent, den alte Menschen eben haben, wenn sie englisch reden. Klingt witzig. Dann erzählte er von einem Bordellbesuch in Istanbul. „Die türkischen Nutten sind die Besten und für ein paar Mark mehr bekommt man die Sonderbehandlung: ohne Kopftuch!“ Wir lachten, Jürgen gab eine Lokalrunde und wir lachten und lachten und lallten bis die älteren Herren mit dem Taxi nach Hause fuhren. Als sich Jürgen die Jacke überzieht, erzählt er „Manchmal freut sich die Frau, wenn man nach Hause kommt, manchmal nicht. Dann guckt man eben noch fernsehen.“ und wir wünschten ihm „Viel Glück!“.

Wenn ich alt werden sollte, möchte ich auch gern Teil einer Skatrunde sein. Meine Spielkameraden: Fips Asmussen, Pumuckl und ein paar türkische Nutten.

(die Überschrift ist eine witzige Anspielung auf den „Scatman John“, ich bitte um freundliche Beachtung.)


3 Antworten auf “I‘m the Skat-Man”


  1. 1 Fips 16. Januar 2010 um 18:23 Uhr

    Ski bi di bi di do bap do

  2. 2 Moritz 17. Januar 2010 um 8:35 Uhr

    I‘m the Computer-Man!http://www.youtube.com/watch?v=i1IqqlW1U4k xD

  3. 3 Jan 17. Januar 2010 um 12:20 Uhr

    Eine tolle Erzählung. Dein Schreibstil ist wirklich schön. Aber die Anspielung im Titel wirkt fehl am Platz. Da hätte ein anderer Titel besser gepasst.

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