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http://de.wikipedia.org/wiki/Volkstrauertag

Ich habe diese Woche etwas fürs Leben gelernt. Das passiert häufiger, nämlich etwa rund genau 52 Mal, aber heute will ich euch anlässlich des Volkstrauertages (der übrigens nichts hiermit zu tun hat) mal ein bisschen was erzählen. Sollte ich erwartungsgemäß reich und berühmt werden, werde ich (in Hinblick auf die Medienreaktionen rund um den Tod Robert Enkes) mir vornehmen, möglichst an einem Tag zu sterben, an dem sowieso schon ganz viele Sachen in der Welt passieren, zum Beispiel Weihnachten, Silvester oder Rosenmontag. Damit die Journalismusmenschen keine Zeit und/oder Lust haben, meine Supermodel-Freundin nach ihrer Laune zu fragen und eher so semiwichtige und mir privat völlig unbekannte Leute Sätze wie „Er war ein toller Mensch!“, „Ein herber Verlust!“ oder „Heute ist der schlimmste Tag aller Zeiten, er war der Coolste!“ sagen zu lassen. Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, dass der ganze Hype um meine tote Person den Leuten tierisch auf die Klötze gehen würde. „Och ne, guck mal, hier der Tote schon wieder, mein Gott!“ würden die sagen, aber natürlich nur im Privaten, in der Öffentlichkeit darf man sowas ja nicht sagen, da äußert man sich dann mit den oben genannten Sätzen. Vielleicht sterbe ich auch ganz einfach zusammen mit ganz vielen anderen Menschen gleichzeitig, bei einem Flugzeugabsturz oder im Zuge eines großen Pest-Revivals. Ja, richtig gelesen, ich könnte mir vorstellen, dass die Pest irgendwann nochmal zurückkommt, in irgendeiner mutierten, neuen Version, die halb Europa ausrottet. Und nicht so eine Möchtegern-Pandemie wie jetzt die Schweinegrippe, was für eine bescheuerte Pseudoscheiße, zehn Tote in Deutschland erst, pff, da lach ich mir doch den Arsch ab. Aber: alle großen Sachen kommen irgendwann zurück, siehe Eiszeit, SPD und Modern Talking. Wollte Jesus eigentlich nochmal auf der Erde vorbeischauen? Okay, ich schweife ab.

Vielleicht mache ich es mir aber auch ganz einfach und lasse das mit dem Berühmtwerden, reich sein reicht ja auch, außerdem müsste mein Ableben dann in der Zeitung nur eine Randnotiz sein, wenn überhaupt. Achso, ja, hallo BILD-Schreibmenschen: wenn ihr das hier lest, ich tot sein sollte und ihr irgendwas über mich wissen wollt, nehmt bitte zur Kenntnis, dass ihr mich genüsslich am Arsch lecken dürft und nein, meine Supermodel-Freundin möchte kein Interview mit euch. Und noch ein Hinweis an alle Jugendlichen: macht bitte kein YouTube-Video mit Bildern von mir, danke. Ich hab mal gelesen, dass der Tod ja eigentlich der tollste Moment eines Menschen ist, weil sich dann ganz viele Leute auf einmal an einen erinnern und traurig sind und so. Wenn ich so nachdenke, ist das aber alles ganz schön scheiße mit dem Sterben. Sterben ist uncool. Heb ich mir für später auf, so etwa 2092.