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Salami trifft Fisch zum Interview

Onkel Fisch - InterviewMeine allerbesten Freunde Adrian (r.) und Markus (l.) vom lustigen Duo „ONKeL fISCH“ (l. + r.) haben sich nun schon zum zweiten Mal dazu bereit erklärt, sich mir für ein unfassbar gutes Interview zur Verfügung zu stellen. Wir sprechen darin über ihre Projekte, Oliver Pochers Sexualität und andere weltpolitische Dinge, die ihr aber nur durch einen kleinen Klick erfahren könnt. Und den gibt es hier:

Hallo Onkel Fisch, ihr guten alten Freunde! Ihr, das sind Markus, Adrian und Adrians Bart. Meine Freunde! Eigentlich ist das ja schon genug Erklärung, aber ich stelle euch meinen sieben Lesern mal ein sehr klein wenig genauer vor: ihr macht Radio-Comedy, geht regelmäßig auf große Welttournee mit euren Bühnenshows, seid ab und zu im Fernsehen zu sehen, nehmt CDs auf und neuerdings gibt es sogar Satire von euch. Die neue wöchentliche Internet-Show „Das NachRichten“ zeigt aktuelle TV-Ausschnitte aus Politik und Gesellschaft, die dann von euch bissig und pointiert kommentiert werden. Wieso jetzt so ein Format, das sich ja etwas von dem unterscheidet, was ihr bisher so getan habt?

OF: Wir schreiben schon seit einiger Zeit Witze auch über politische Themen. Z.B. in der „Eins Live Schautbox“ haben wir das zwei Jahre lang gemacht. Es ist halt so wie wir’s am Anfang von „Das NachRichten“ immer sagen: Wer Nachrichten guckt muss etwas dazu sagen, sonst FLIPPT ER AUS!!!!! * (*Hierbei handelt es sich um versteckte Werbung von ONKeL fISCH: Ausflipper – der cholerische Delfin. Radioserie auf Eins Live.)

Womit ihr ja bereits bewiesen hättet, dass ihr sehr vielseitig seid. Keine Angst, dass einem irgendwann die Ideen ausgehen? Außerdem werdet ihr immer älter und reich wird man mit dieser Scheiße ja auch nicht.

OF: Ah Moment, wir mussten kurz raus, der Geldspeicher hat gebrannt. Zur Frage: Solange es Themen gibt, gibt es auch Ideen. Und Themen gibt es überall: Im Fernsehen, im Internet und auf der Straße, man muss nur mal hinsehen. Es geht gar nicht anders als was Lustiges draus zu machen.

Ich mache dieses kleine Interview ja auch deswegen, weil ich finde, dass ihr immer noch viel zu unbekannt seid – „das NachRichten“ hat auf YouTube meinst „nur“ dreistellige Aufrufzahlen. Hofft ihr nicht auch, dass demnächst irgendein wichtiger Fernsehmensch kommt und euch der breiten Masse zugänglich macht? Oder mögt ihr den aktuellen Zustand in etwas kleinerem Kreise vielleicht sogar lieber?

OF: Weil der Geldspeicher jetzt nur noch ein offener Keller mit kokelnden Grundmauern ist, wäre uns der Fernsehmann natürlich nicht unlieb. Bei YouTube werden wir auch gerne weiter empfohlen. „Das NachRichten“ ist mehr für uns als nur der schnelle Witz. Das Internet ist eine Plattform, wo wir sagen können, was wir wollen. Und das tut gut. Solange der kleine Kreis zu unseren Shows kommt reicht’s uns aber auch. Wenn es nur um die nackte Kohle ginge, wären wir, glaub ich, sehr unlustig. Comedy macht man aus einem inneren Bedürfnis, einer Freude heraus oder man ist Mario Barth.

Wie ich bei der Vorbereitung auf dieses sehr sehr gute Interview gelesen habe, konntet ihr zu Beginn dieses Jahres den dritten Platz beim „Hamburger Comedypokal“ holen. Was ist das? Wer macht da so mit? Wieso seid ihr Versager nur Dritte geworden?

OF: Das bis gerade noch sehr, sehr gute Interview kippte bei dem Wort „Versager“, du Klobürste! Beim Hamburger Comedy-Pokal machen 20 Comedians in mehreren Battle-Runden an mehreren Abenden die ersten drei Plätze untereinander aus. Finale vor 650 Leuten im Hamburger Tivoli. Für uns war das ein Riesenerfolg. Nach einem traumatischen Erlebnis beim „Comedy Cup 1995“ in Köln war das erst unsere zweite Preisteilnahme. Wir waren mächtig stolz, vor allem weil Platz 1 und 2 zurecht an zwei andere sehr lustige Menschen gegangen sind. Außerdem hatte wir nach den vielen Vorrunden nicht mehr genug Geld für die Jury beim Finale…

Ebenfalls aufgefallen ist mir, dass ihr unfassbar omnipräsent im Internet seid. Ich zähle einmal auf: verschiedene Homepages (für die Projekte), Blog, Twitter, YouTube, Facebook, MySpace, in Kürze ein Podcast und bei SchülerVZ seid ihr bestimmt auch noch heimlich vertreten. Wie viel Zeit und Nerven kostet es, also quasi überall und permanent aktiv und vor allem lustig sein zu müssen?

OF: Wir wissen auch nicht, wie wir das machen. 10 Hände? Telepathie? Keine Hobbies? Wir versuchen uns zu zeigen. Und weil wir was zu sagen haben, sollte man das auch mitkriegen. Außerdem: Was meinst du: Warum hast du zwei Monate auf dieses Interview warten müssen…?

Hm, okay, plausibel. Heinz Strunk hat einmal gesagt, Comedy sei eklig. Wie ekelig ist Heinz Strunk und hat er vielleicht sogar recht?

OF: Der Adrian hat vor 11 Jahren mal einen unlustigen Sketchpiloten für Pro7 mit Heinz Strunk zusammen gemacht. Da fand der die Comedy noch nicht so eklig. Außerdem macht Strunk selber nichts anderes als Comedy. „Fleisch ist mein Gemüse“, „Studio Braun“ oder die Kandidatur für „Die PARTEI“ ist doch auch alles lustig und auch lustig gemeint. Die Frage ist, was genau fällt unter Comedy? Mike Krüger? Geschwister Pfister? Dieter Nuhr? Switch? Urban Priol? Stromberg? Das wenig differenzierte Zitat ist wohl eher als Abgrenzung gemeint, ist aber viel zu allgemein. Der Versuch „Anarcho-Humor“ vom erzählten Witz zu trennen ist ein wenig kindisch, weil unmöglich. Hugh! Der weiße fISCH hat gesprochen.

Vor zwei Jahren habe ich euch schon einmal interviewt – die Älteren (also ihr) werdet euch daran erinnern. Damals verspracht ihr mir ein „Metzgereiinnungs-TV“, bei dem ihr als Schinken verkleidet rauchen würdet. Was ist aus der Idee entstanden? Habt ihr mich etwa verarscht? Ich warte.

OF: Das haben wir schnell heute morgen noch gemacht. Leider liegt das Studio von „Metzgereiinnungs-TV“ direkt über dem Geldspeicher. Wir hätten da wohl nicht rauchen sollen. Die Sendung wird übrigens morgen um Viertel vor Fleischwurst wiederholt. Lustig, wegen der Schinkenverkleidung sind uns 250 Hunde bis nach Hause nachgelaufen…

Jaja. Worüber lacht man als professionelle Witzemacher wie ihr? Bei MySpace pflegt ihr eine Internet-Freundschaft mit Cindy aus Marzahn. Sagt mir bitte, dass ihr andere Vorbilder in der aktuellen „Comedy-Landschaft“ habt.

OF: Obacht! Die junge Dame aus Marzahn, mit der Markus zwei Kinder hat, ist sehr lustig. Wir haben sie vor ein paar Monaten beim Quatsch Comedy Club bei „Cindys kleiner Bühne“ gesehen…..und hinter ihr nicht mehr viel. Die Frau ist schlagfertig, improvisiert super mit dem Publikum und schießt klasse Sachen aus dem Rüscheärmel. Vorbilder sind andere. Wir mögen Monty Python, wir lieben Laurel & Hardy, aber auch Bugs Bunny und Tom & Jerry. Aktuell, aktuell, aktuell…..sind wir selber Vorbilder!!!

Wenn man „onkel fisch“ bei Google eingibt, erhält man 134.000 Treffer. Deutlich mehr als „oliver pocher schwul“ (69.200 Treffer),“dramatische massenarbeitslosigkeit“ (9.860) oder „seriöse genitalvergrößerung“ (drei!). Wie fühlt es sich an, so berühmt zu sein und zu wissen, dass beispielsweise jederzeit eine aufdringliche Interviewanfrage auf zu kommen könnte?

OF: Wir erhalten hier nur knapp über 11.000 Treffer. Welches Google benutzt du denn? (Anm. Ich habe ohne die Klammern gesucht. Mit Klammern sind es natürlich weniger.) Wir machen das immer so: Wir warten zwei Monate mit dem Beantworten einer Interviewanfrage und sagen, wir hätten soviel zu tun. Schlaue Füchse, wir!

Euch beide gibt es nur im Duo. Keine Pläne, auch mal solo irgendwas zu machen? Oder mit anderen Leuten? Mir würde es ja tierisch auf die Klötze gehen, tagein tagaus die gleiche Fratze neben mir sitzen zu haben. Ist das Gewöhnungssache?

OF: Nein, das ist jeden Morgen schrecklich. Wir haben natürlich Solopläne. Adrian erarbeitet gerade eine Seelöwen-Feuerschluck Nummer. Wobei die Seelöwen schwerer runter zu kriegen sind als das Feuer. Markus schreibt Songtexte für Xavier Naidoo. Der hat aber irgendwie noch nicht mitgekriegt, dass die lustig gemeint sind. Ansonsten treten mittlerweile sowie nur chinesische Plagiate von uns in allen Teilen der Republik unter dem Namen „Blue ONKeL fISCH Group“ auf. Die betrinken sich live auf der Bühne mit Reisschnaps und verprügeln sich mit Trockenfischen. Naja, solang es den Leuten gefällt…?!

So, mehr Fragen fallen mir jetzt spontan nicht ein und gleich gibt es lecker lecker Mittagessen (mit Reisschnaps!) und ich will euch ja auch nicht zu lange bei dem stören, was ihr auch immer gerade macht. Vielen Dank für dieses unfassbar gute Interview und bis spätestens in zwei Jahren! Und weiter so, blabla, wisst ihr schon, Freunde!

OF: Schön zu wissen, dass du dir doch dreieinhalb Minuten Zeit genommen hast, dieses Interview zusammen zu stellen. Vielen Dank dafür. Wir machen jetzt Feierabend. Es ist 4.30 Uhr, der Hund muss noch raus. Die Chinesen wollen ihn nachher grillen. Auf den Resten vom Geldspeicher. Und in anderthalb Stunden müssen wir wieder aus den Federn, lustig sein auf Facebook, Twitter etc.. Dir alles Gute und schick uns nur wieder ein Interview, wenn du mindestens 1.000.000.000 Leser hast (keine Chinesen!) – sonst lohnt es sich nicht so für uns. Du weißt schon wegen berühmt und Corporate Identity und so…

PS: Wir glauben nicht das Oliver Pocher schwul ist. Sonst hätte er sich wohl von Sandy getrennt, was?

Okay, das mit den 1.000.000.000.000 Lesern geht klar! Tschö.

(mehr von den zwei sehr lustigen Onkel Fischen (mit denen ich befreundet bin!) gibt es zum Beispiel auf ihrer Internetseite und von dort aus findet ihr auch noch andere Links)


6 Antworten auf “Salami trifft Fisch zum Interview”


  1. 1 Moritz 15. September 2009 um 17:59 Uhr

    DU kennst Onkel Fisch??? Und ich nicht??? Wieso?! Großartiges Interview, und so.

  2. 2 Henry 15. September 2009 um 21:54 Uhr

    Jap, absolut geniales Interview. Ich bin über Moritz zu den beiden gekommen und nun regelmäßiger Zuschauer von „Das NachRichten“. :)

  3. 3 Jan 16. September 2009 um 6:27 Uhr

    Ein gutes Interview.

    Zum Thema „Comedy“ muss ich sagen, dass ich darunter eher die Privatsender-Scheiße verstehe, mit der sich Otto Normalverbraucher am Freitagabend zu unterhalten versucht. Schon das Wort allein sagt Einiges darüber aus.

  4. 4 Jan 16. September 2009 um 20:13 Uhr

    Entschuldigung, aber nachdem ich mir mal ein paar Videos des kuriosen Duos „Onkel Fisch“ angesehen habe, musste ich feststellen: Ich finde das gar nicht witzig.

  5. 5 NelliforThade 19. September 2009 um 22:24 Uhr

    Guten Tach, Herr Salami
    Ich gratuliere ihnen zu diesem wahnWitzigem (!) Interview!
    Habe sehr gelacht und mir das bisdahin völlig unbekannte Komikergezwei angesehen…
    Und ich muss sagen: Ich bring jetzt auch den Müll runter!
    Ob ich Fanin des NachRichtens werde, weiß ich noch nicht, aber ich verfolge äh stalke weiter.
    Habe nämlich gesehen, dass die Herren sogar in Mannhem auftreten, das will ich mir dann doch nicht entegehen lassen.
    Förmlichst.
    Nelli

  1. 1 Ein gekauftes Interview mit Onkel Fisch über ihr Buch „Bewusstlos zum Glück“ « HerrSalami.de – Johannes‘ Blog. Pingback am 10. November 2010 um 16:51 Uhr
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